Gerd Walther
1.Was
hat Dich dazu bewogen für den Landesvorsitz zu
kandidieren?
Ich konnte in den
letzten 19 Jahren auf allen Ebenen des
Landesverbandes Erfahrungen sammeln und
meine, dass die jetzige
Entscheidung als Vorsitzender zu kandidieren nur
folgerichtig ist. Das Amt des
Landesvorsitzenden stellt für mich eine enorme
Herausforderung dar, der ich mich mit ganzer
Kraft stelle. In den vergangen Wochen bekam ich
viel Zuspruch zu meiner
Entscheidung, der mich darin bestärkt, dass
die Kandidatur richtig ist.
2. Von einem
neuen Landesvorsitzenden erwartet man,
dass er neue Ideen, seinen persönlichen
Führungsstil einbringt. Angenommen Du wirst gewählt
was würdest Du anders machen
als bisher gelaufen ist?
Als
Landesvorsitzender steht man parteiintern in der Pflicht
als Ideengeber und auch als Mittler
aktiv zu werden. Dies will ich von Beginn an
umsetzen, denn ich weiß aus meiner
nun bald 10 jährigen Zeit als
Kreisvorsitzender, dass man nur auf diesem Weg für
Ausgleich sorgen kann, strömungs-,
alters- und interessenausgleichend. Mein wichtigstes
Credo dabei ist der Inhalt
des Gesagten und nicht die Frage wer etwas
gesagt hat.
3. Viele
Mitglieder bekommen wenig davon mit welche
Probleme im Landesvorstand diskutiert und
welche Beschlüsse gefasst werden.
Welche Möglichkeiten siehst Du den
Informationsfluss zwischen Landesvorstand
und Mitgliedern zu verbessern?
Ich setze auf
drei Säulen, um eine verbesserte Kommunikation zu
erreichen. Erstens ist dies die
Sofort-Information des Landesvorstandes
als Online-Angebot. Zweitens glaube
ich, dass die stark diskutierte Frage einer
Mitgliederzeitschrift im Land wichtiger
denn je ist. Mit ihr können wir jene
Genossinnen und Genossen erreichen, die nicht online
erreichbar sind, aber auch
Angebote an Sympathisanten machen. Letztlich
will ich aber auch alle
Landesvorstandsmitglieder aktiv einbinden, um als Bindeglied
zwischen Vorstand und ihren
Kreisverbänden nötige Informationen in
beide Richtungen zu transportieren.
4.Wie stehst Du
zu einer Beteiligung an einer
Koalitionsregierung in M-V, wenn das Ergebnis der
nächsten Landtagswahl eine solche
Möglichkeit offen lassen sollte?
Wenn wir unsere
Rolle als gestaltende Partei in M-V
ernst nehmen, ist eine Regierungsbeteiligung eine mögliche
Option für die Übernahme
von Verantwortung. Folgende
Kriterien sind dabei aus meiner Sicht
unerlässlich: Zuvor von der Landespartei verabschiedete
Mindestinhalte für eine
Regierungsbeteiligung, die sich dann in einem
Koalitionsvertrag wieder finden und ein
entsprechendes eindeutiges Wählervotum.
Natürlich muss ein Parteitag das
letzte Wort haben. Ich glaube aber auch, dass
wir künftig bereits zu Beginn einer
Regierungsbeteiligung klären sollten, wie wir
mit einem möglichen Vertragsbruch
seitens des Koalitions-Partners umgehen und
welche Schmerzgrenzen es für uns gibt,
damit wir glaubwürdig und authentisch
bleiben.
Steffen
Bockhan
1. Was hat Dich
dazu bewogen für den Landesvorsitz zu
kandidieren?
DIE LINKE. in M-V
muss sich wieder mehr als in der
jüngeren Vergangenheit mit den
gesellschaftlichen Themen befassen, weniger mit sich
selbst. Wir sollten uns bemühen in
Zukunft häufiger über konkrete Angebote unserer
Partei in Bezug auf soziale
Gerechtigkeit, Frieden und Bildung zu sprechen. Es
reicht nicht, wenn wir der SPD (zu
Recht) vorwerfen, dass sie eine Politik der
sozialen Ausgrenzung betreibt. Wir müssen
konkret sagen was wir anders machen
würden. Wie wollen wir den
Landeshaushalt umgestalten? Wie wollen wir die
nötigen Mittel für die Kitas, Schulen und
Hochschulen aufbringen? Und wie wollen
wir unseren öffentlich geförderten
Beschäftigungssektor wieder einführen und
verbessern? Über all diese Dinge müssen wir
mehr reden, um sie umsetzen zu können. Diesen
Prozess möchte ich als
Vorsitzender einleiten. Außerdem will ich mit
meiner Kandidatur ein Zeichen für einen
Neubeginn und einen Generationswechsel setzen. Wir haben
neben vielen erfahrenen
auch eine Reihe guter jüngerer
Genossinnen und Genossen im Landesverband.
Warum nicht auch an der Spitze?
2. Von einem
neuen Landesvorsitzenden erwartet man,
dass er neue Ideen, seinen persönlichen
Führungsstil einbringt. Angenommen Du
wirst gewählt, was würdest Du anders machen
als es bisher gelaufen ist?
Wir sollten nicht
in erster Linie darüber nachdenken, was
uns von anderen, also auch von
möglichen Vorgängern unterscheidet. Alle die in
unserer Partei ein Amt bekleiden
wollen etwas Gutes für DIE LINKE. Natürlich
werde ich einiges anders machen als meine
Vorgänger. Aber ich glaube, dass ein
Landesvorsitzender nur so gut sein kann,
wie der Vorstand und die gesamte
Partei zusammen es sind. Ich könnte
Prozesse nur anschieben und Vorschläge
unterbreiten. Umsetzen müssen wir unsere Ziele
gemeinsam. Das deutlich zu
machen und so die Gemeinsamkeiten in den
Vordergrund zu stellen, tatt das
Trennende zu betonen, dafür will ich mich
einsetzen. Wichtig ist mir auch, dass bestehende
Konflikte nicht ausgesessen werden. Wir
müssen über unsere Differenzen
reden. Diese Debatten müssen aber ein
angemessenes Verhältnis zur sonstigen
Arbeit haben und wir sind gut beraten es
auszuhalten, wenn nicht alle einer
Meinung sind. Letztlich sind wir doch alle
Mitglieder der LINKEN!
3. Viele
Mitglieder bekommen wenig davon mit welche
Probleme im Landesvorstand diskutiert und
welche Beschlüsse gefasst werden.
Welche Möglichkeiten siehst Du den
Informationsfluss zwischen Landesvorstand
und Mitgliedern zu verbessern?
Kommunikation
findet idealer Weise in zwei Richtungen
statt. Wir könnten viele Seiten Papier
bedrucken und in die Kreise liefern. Das wird
aber keines der Probleme lösen. Daher
möchte ich die Mitglieder des neuen
Landesvorstandes ermutigen, häufiger als in
der Vergangenheit den Kontakt zur Basis in den Kreisen
zu suchen. Auch das ist aber keine Einbahnstraße.
Unsere Kreisvorstände müssen aus meiner Sicht hier
auch stärker ihrer Verantwortung nachkommen und solche
Diskussionsprozesse organisieren. Die Anzahl der
Einladungen für Landesvorstandsmitglieder war in den
vergangenen Jahren doch sehr gering. Ohne diese
Kommunikationsprozesse wird aber weder die breite
Basis über die Arbeit des Vorstandes informiert sein,
noch wird der Vorstand eine Reflektion seines Handelns
erfahren. Beides ist aber dringend erforderlich.
4. Wie stehst
Du zu einer Beteiligung an einer Koalitionsregierung
in M-V, wenn das Ergebnis der nächsten Landtagswahl
eine solche Möglichkeit offen lassen sollte?
Zuerst sollten
wir uns darauf konzentrieren, dass wir ein fundiertes,
realistisches, konkretes Wahlprogramm erarbeiten und
beschließen. Dieser Prozess muss spätestens im
Frühjahr 2010 beginnen. Dabei müssen wir etwa drei bis
fünf Projekte definieren, die für uns oberste
Priorität haben werden. Dann gilt es eine überzeugende
Liste für die Landtagswahlen aufzustellen. Wenn
dann die Ergebnisse eine Koalition ermöglichen, gilt
es zu verhandeln. Gelingt es uns, zu einer
Vereinbarung zu kommen, die klare Züge unserer
Programmatik hat und wir eine Fraktion haben, die
bereit ist dieses nach einem Votum des
Landesparteitages auch umzusetzen, sollten wir die
Chance der Regierungsbeteiligung nutzen.
Natürlich kann man auch aus der Opposition heraus viel
erreichen. Wenn man regiert kann es unter Umständen
noch mehr sein.