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Januar
2008
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Diana Kitzmann, couragiert, engagiert und ideenreich

Diana Kitzmann hat in diesem Jahr
den Preis Zivilcourage 2007 der Fraktion DIE LINKE. im
Landtag Mecklenburg-Vorpommern bekommen.
Völlig zu Recht. Mutig hat sich die
junge Frau mit rechter Ideologie unter Heranwachsenden
auseinander gesetzt. Mit Erfolg. In dem Burg
Stargarder Jugendclub, in dem sie arbeitet, herrscht
eine Atmosphäre des Respekts kultureller Vielfalt und
des Interesses an dem Anderssein im Miteinander. Diana
Kitzmann gewinnt durch Ideen und steht mit ihrer
lebendigen, erfrischenden Art jungen Menschen zur
Seite. Wir sprachen mit Diana Kitzmann über
Reaktionen ihres Umfeldes nach der Preisverleihung,
über ihr Bemühen um die Verwirklichung eines
Bundesprojektes in ihrer Region und über ganz
persönliche Ziele:
Frau Kietzmann, wie haben
Menschen in Ihrem Umfeld darauf reagiert, dass Sie mit
dem Zivilcourage-Preis ausgezeichnet wurden?
Antwort: Oh, mich hatten viele
angesprochen. Mitarbeiter aus der Verwaltung, Leute,
die sich kulturpolitisch engagieren. Aber auch
Bewohner des Hauses in der Nachbarschaft dieses Clubs.
Und die Rechten?
Antwort: Einige versuchten es auf
die Tour des "Lächerlich - machens".
Wir haben erfahren, dass die
Gemeinde Stargarder Land den Zuschlag für das
Bundesprogramm "Jugend für Vielfalt, Toleranz
und Demokratie" erhalten hat. Waren Sie im
Vorfeld beteiligt?
Antwort: Wir haben über drei Monate
daran gesessen, um alle Unterlagen für die
Bewilligung bereit zu stellen. Eine immense Arbeit.
Berechtigt sind bekanntlich Kommunen mit mehr als
10.000 Einwohnern. Jetzt haben wir einen lokalen
Aktionsplan aufgestellt, um Jugendliche für einen
toleranten Umgang zu gewinnen. Zunächst haben wir
Problemlagen beschrieben.
Welche Problemlagen werden
ausgemacht?
Antwort: Vor allem Defizite. Erstens
Perspektivlosigkeit und fehlende Lehrstellen. Viele
Jugendliche sehen sich nicht mehr als Gestalter ihrer
Umwelt, sondern eher als Opfer. Hierfür suchen sie
dann ihrerseits Opfer. Zweitens fehlendes
Hintergrundwissen über die Ideologie und das Handeln
von Rechten. Drittens fehlende Freizeitangebote und
viertens fehlende Berührungspunkte mit ausländischen
Mitbürgern.
Was wird unternommen, um den
Problemlagen zu begegnen?
Antwort: Nennen möchte ich drei
Projekte.
Zum einen starten wir eine
Aufklärungsreihe für Jugendliche und Eltern.
Zum anderen werden wir eine
Mobilitätsstudie anfertigen und des Weiteren
Zukunftswerkstätten einrichten.
Zwei der drei Projekte sind
erklärungsbedürftig. Was ist eine Mobilitätsstudie
und was soll sie bewirken?
Antwort: Nun, Mobilitätsstudien
sind keine neue Erfindung. Wir wollen in Erfahrung
bringen, wann Jugendliche in ihrer Freizeit wohin
müssen oder wollen. Also, wann geht es wohin zum
Sport, in einen Verein oder zur Feuerwehr?
Daraus lässt sich ableiten, wann
und wohin wir Fahrzeuge schicken können, um den
Jugendlichen umkompliziert und kostenfrei die Teilhabe
an diesen Freizeitaktivitäten zu ermöglichen.
Und was ist mit
Zukunftswerkstätten?
Antwort: Was die betrifft, so wollen
wir zunächst in Erfahrung bringen, welche Angebote
Jugendliche vermissen. Ihre Wünsche wollen wir
aufnehmen und schrittweise darauf eingehen.
Schwebt Ihnen schon Konkretes
vor, denn so manchen Wunsch kennen Sie gewiss bereits?
Antwort: Toll wäre es, wenn wir aus
der alten Burg Stargarder Flachsrösterei eine Kultur-
und Begegnungsstätte machen können. Aber das ist ein
wirklich großes Ziel.
Gibt es auch realistische
Einzelvorhaben?
Antwort: Doch, eine ganze Menge. Wir
werden beispielsweise mit Jugendlichen aus Tychowa -
unserer polnischen Partnergemeinde - Begegnungen
organisieren. Wir werden gemeinsam mit Unternehmen der
Region einen Stellenpool schaffen. Vorab sollen
Jugendliche in Praktikas die Möglichkeit erhalten,
berufliche Erfahrungen zu sammeln, um herauszufinden,
ob dieser oder jener Berufswunsch auch der
"Richtige" ist.
Interview: Torsten Koplin
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