Unser Kreisverband

 

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Januar 2008

Die braune Falle und die Realität

Und nun geht´s ins Jahr 2008 und vor uns stehen neben den alten wieder neue Aufgaben. Wir wollen uns auf Bundesebene ein neues Parteiprogramm geben und ich hoffe, MV mischt sich in diese Programmdebatte kräftig ein. Zur Entwicklung landespolitischer Alternativen soll das Programm "Mecklenburg-Vorpommern 2020+" zunehmend Gestalt annehmen. 2008 haben wir 9 Landratswahlen und 3 Oberbürgermeisterwahlen zu gewinnen. 2009 stehen Kommunalwahlen, Bundestagswahl und Europawahl an, auch die müssen im kommenden Jahr schon vorbereitet werden. Und ich bin fest davon überzeugt, dass immer mehr Erwerbstätige und Erwerbslose merken werden, dass der viel beschworene Aufschwung auch 2008 bei ihnen nicht ankommen wird. Proteste, Arbeitskämpfe und Streiks werden zunehmen. Und da komme ich jetzt zu meinen Wünschen: Ich wünsche mir, dass wir mehr an der Seite der Streikenden stehen, mehr in der Öffentlichkeit agieren, mehr sichtbar sind mit unseren Ideen, Alternativen und auch mit unseren Menschen. Heidi Bluhm hat es uns dieses Jahr mit ihrer Tour durch die Dörfer vorgemacht. Die außerparlamentarische muss wie die parlamentarische Arbeit zur Erhöhung der Kompetenzzuweisung durch die Wählerinnen und Wähler führen. LINKE Gesellschafts- und Politikkonzepte müssen auf allen Ebenen stärker als realistische Alternativen zum gegenwärtig herrschenden System erarbeitet, angeboten und offensiv vertreten werden, um zu zeigen, dass politische Alternativen machbar sind. Wir werden nicht gewählt, weil es uns gibt, sondern weil (wenn) wir gut sind! Das Streben nach strategischen linken Mehrheiten drückt sich auch aus durch die Erhöhung der eigenen Bündnisfähigkeit, Mitarbeit in parteiübergreifenden Projekten, Vereinen und Verbänden, durch Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und außerparlamentarischen Gruppen. Alternative Politikansätze sind nur gemeinsam mit anderen zu verwirklichen. Ich wünsche mir auch neue Ideen und Wege in der politischen Arbeit, mehr Ausstrahlungskraft auf junge Leute, mehr Mitglieder, neue Querköpfe, mehr Aktionen, mehr Spaß, viel mehr Vertrauen zueinander statt ungesundem Misstrauen und und und ... Und ich wünsche mir, dass es uns im Landesvorstand gelingt, dem Landesverband mehr zu bieten an politischer Bildung und an Handreichungen für die Arbeit vor Ort. Ich würde gerne mitwirken an der Entwicklung regionaler Leitbilder für die Kreise und Regionen, die deutlich machen, was unsere Politik konkret vor Ort bedeuten könnte. Leitbilder für die regionale Wirtschaftsentwicklung, den regionalen Arbeitsmarkt, die Jugend- und Kulturarbeit - denn ich bin fest davon überzeugt, dass wir konkreter werden müssen, wenn wir überzeugen wollen. Außerdem tut es uns gut, unsere Arbeit in kommunalen Parlamenten wie in der Parteiarbeit vor Ort an gemeinsamen Leitbildern zu orientieren und uns so abgestimmter zu positionieren. Ich habe im neuen Landesvorstand die Aufgabe der Sprecherin für den Bereich Arbeit und Beschäftigung übernommen und ich freue mich darauf, von euch gefordert zu werden. Und so ende ich mit meinem Lieblingssatz, den ich auf dem Parteitag schon gesagt habe und freue mich auf ein turbulentes und erfolgreiches 2008 mit Euch: Lasst uns nicht nur das Leid der Welt auf den Schultern und im Gesicht tragen, sondern mehr die Lust an der Einmischung, den Spaß an der Politik, die Freude am Protest und die Befriedigung durch die Erarbeitung besserer Konzepte nach Außen zeigen! Wer bei uns nicht mitmacht, verpasst was!

"Die braune Falle", eine Ausstellung, die nur selten in dieser oder ähnlicher Art und Weise in Neubrandenburg zu sehen ist. Schön, dass es so etwas hier mal gibt und dazu auch noch kostenlos! Aber auch umsonst? Nicht wenn man sich über die ehemalige Geschichte und das ehemalige Aussehen der Rechten in Deutschland informieren will. Die Ausstellung wurde in dieser Version zum ersten mal vor 2 1/2 Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seitdem wurde anscheinend auch nichts mehr verändert. Das Bundesamt für Verfassungsschutz, das diese Ausstellung erstellt und ermöglicht hat, spart nicht an alten Klischees der Rechten! Dem Bürger wird verschwiegen, wie sich der braune Mob z. Z. in Deutschland bewegt und sich entwickelt hat. Die wenigsten Neonazis tragen heutzutage noch Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln, Bomberjacken und eine Glatze. Das Bild der Rechtsextremisten hat sich in einer derart kurzen Zeit ( ca. 2 Jahre) dermaßen geändert, dass sie heutzutage nicht mehr für den "Normalbürger" zu erkennen sind. Im Kopfe steckt noch das böse Skinhead - bild der Nazis. Nicht jeder Skinhead ist ein Nazi, was in der Ausstellung auch nicht ausreichend betrachtet wird!

Die Rechten heute haben keine Glatze mehr, sondern lassen ihre Haare wachsen und kämmen sie sich beispielsweise zum Scheitel. Sie entfernen sich von ihren eindeutigen, einschlägigen rechten Motiven und Klamotten und wandeln immer weiter mit ihren "Thor Steinar" (Marke von und für Nazis) Sachen und versteckten rechten Motiven zu einem Bild des Normalbürgers. Besser wäre es als Bundesamt auf dem Realitätsniveau zu bleiben und zeitgetreu zu arbeiten und nicht Organisationen und Parteien auszuspionieren, die mehr Demokratie wollen, als im Kapitalismus erlaubt ist.

Danny Schmidt

 

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