|
Mai - Impressionen aus Neubrandenburg 
Also meine Motivation für eine 1. Mai - Demo ist zum einen, stellvertretend für meine Generation an diesem traditionellen
(Kampf-)Tag teilzuhaben, Gleichgesinnte zu treffen und im Prinzip das nachzuholen, was im Alltag verloren gegangen ist - nämlich den politische Diskurs und das kritische Hinterfragen. Motivation einer Nazigegendemo ergibt sich vorwiegend daraus, zu deren Erfolg beizutragen, um auch für kommende Jahre Mitstreiter zu gewinnen und in Bezug auf die Antifa eben die Organisation und das Reinschnuppern in unbekanntes Terrain.
Robert
Schiedewitz, Student
Den 1. Mai verbrachte ich an der Seite der jugendlichen Gegendemonstranten wegen des gemeinsamen Anliegens, den Nazis nicht die Straße zu überlassen.
Das Äußere der jungen Leute stört mich nicht. Wer jung ist, darf anders aussehen, darf sich auf andere Art äußern. Auch ältere Bürger sollten ihren Protest zum Ausdruck bringen. Es reicht nicht, über Antifaschismus zu reden. Viel mehr "erwachsene" Teilnehmer könnten das Bild der Gegendemonstration bestimmen, könnten deeskalierend wirken und vielleicht einige unschöne Reaktionen verhindern, wären Zeugen von etlichen willkürlichen Zugriffen der Polizei.
Gisela
Schrader, Rentnerin
Am 1. Mai dabei sein, um zu zeigen, dass Deutschland eine andere, bessere
(Sozial-)Politik braucht - eine , die u.a. - jedem Jugendlichen einen Ausbildungsplatz und anschließend einen Arbeitsplatz garantiert; - eine Entlohnung sichert, mit der jede/r sein Leben und das seiner Familie lebenswert gestalten kann; - Arbeitsplätze für alle schafft; - Rente ohne Abzüge schon vor dem 67. Lebensjahr ermöglicht; - keine Zweiklassenmedizin fördert; - Sicherheit garantiert, dass jeder seine eingezahlten Sozialversicherungsbeiträge auch in entsprechenden Leistungen "ausbezahlt" bekommt; Grund, am 1. Mai gegen die Nazis zu demonstrieren: um mit vielen anderen ein Zeichen gegen rechts zu setzen. Rechts hat Deutschland schon einmal in Krieg, Leid und Armut gestürzt, rechts behindert das friedliche Zusammenleben bei uns - Deutsche mit Ausländern und umgekehrt.
Carola Daum, Angestellte
Wenn dein Feind dich als "linken Mob" und "Affen" qualifiziert, dann hast du alles richtig gemacht. Erfreulich, was sich als Gegenwehr zu den braunen Geschichtsignoranten am 1. Mai auf den Straßen Neubrandenburgs zeigte. Noch besser, dass nicht allzu viel von Pastörs Rede zu hören war, vielleicht hat aber auch dieser unverbesserliche Universaldilletant in der Zwischenzeit so viel geografisches Wissen dazu bekommen, dass er nun weiß, dass Neubrandenburg in M-V liegt. Und Eines dürfte unterm Strich wohl klar geworden sein, dies sind unsere Straßen! Egal, wie oft uns die Nazis noch heimsuchen werden, wir werden nicht aufhören, uns ihnen in den Weg zu stellen.
Marion Wiedenhöft, Angestellte
Der 1.Mai-ein Kampftag und ein klares Bekenntnis gegen Ausbeutung, Armut, Faschismus und Krieg bleiben hochaktuell. Allein in Neubrandenburg leben 12617 Menschen, darunter 539 Kinder, von Hartz IV. Dagegen gilt es ein Zeichen zu setzen. Konkrete Hilfe ist mit Protest zu verbinden.
Reiner Wieland , Beigeordneter
|