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Erwartungen und Wünsche
 
Meine Altvorderen hatten viel Arbeit, aber immer zu wenig Brot. Mein Vater - viele Angehörige fielen im 2. Weltkrieg. Mit den Geschichten um dieses Geschehen (und da sie wahrhaftig sind, haben sie was mit unserer Geschichte zu tun) mit den Tränen darum wuchs ich auf - wurde LINKS.
Nie wieder Ausbeutung - nie wieder Krieg. Später studierte ich Schriften von Hegel, Marx und Engels. Lernte ich in der "Universität des Lebens", begriff ich von Brecht den Satz "von den Mühen der Ebene". Hätte gern in einer Zeit gelebt, wo sich die Vision aus "christlicher Urgemeinschaft und französischer Revolution" hätte verwirklichen lassen. Versuchte mich, mit dem mir Möglichen einzubringen - es reichte nicht. Viele Fragen in mir blieben bis heute. Nun wird es sie wieder geben, die neue LINKE und damit viele unterschiedliche Erwartungen und Wünsche, die sicher alle ihre Berechtigung haben. Als Kulturleiter will ich meine nennen. LINKE müssen:
- nicht nur gegen den Rückbau des Sozialstaates, sondern auch gegen den Verlust demokratischer Rechte, gegen die Monopolisierung des kulturellen Lebens, den Abbau der Bildungschancen sein.
- sich dafür einsetzen, dass bei aller Wichtigkeit des ökonomischen Programms, auch der öffentliche und praktische Ausbau der interkulturellen und kulturellen Infrastruktur genügend beachtet wird.
- dafür eintreten, dass der Zugang zu Bildung - Kultur - und Kunst allen, unabhängig vom Geldbeutel möglich ist
- Sorge dafür tragen, dass Kultur- und Kunstschaffende aller Genres gute Schaffensbedingungen haben und die Möglichkeit, von ihrer Kunst zu leben
- Acht darauf geben, dass kulturelle Aktivitäten nicht nur Anhängsel von sozialen Projekten sind und jeweils vom finanziellen Vermögen der Kommunen mal gefördert, mal allein gelassen werden. Wenn sich in Deutschland eine Demokratie entwickeln soll, dann braucht diese die spielerische Form des DENKENS, die die Kultur - die Kunst bietet
- und DENKEN gehört nun mal zu den "größten Vergnügungen der menschlichen Rasse" (Brecht). Beginnen wir endlich damit , dem geistig-kulturellen Klima mehr Aufmerksamkeit zu widmen, damit sich Freiräume eröffnen für neue Träume und Gedanken "Erst Friede, dann Freiheit auf Erden und den Menschen ein gleiches Glück".
Dagmar
Wenndorff, Userin
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