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DOKUMENTE
- STANDPUNKTE - PRESSE
Thesen
für die wirtschaftspolitische Konferenz der Partei DIE LINKE.
MSP
am
05.04.2008 in Stavenhagen
Wirtschaftspolitik
aus Sicht des Kreisverbandes MSP der Partei DIE LINKE ist darauf
gerichtet, die objektiv gegeben Beziehungen zwischen Unternehmen
und Unternehmern, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und den
Kommunen im Interesse einer auf Stabilität und Leistungsfähigkeit
orientierten Wirtschaftsstruktur zu entwickeln.
Die
Linken sind für stabile und zukunftsorientierte klein- und
mittelständische Unternehmen!
Unternehmerische
Einzelinteressen und Initiativen sollen mit der
gemeinwohlorientierten Gestaltung
des Zusammenlebens in unserer Region verbunden sein.
Insofern sehen
wir unternehmerisches Handeln nicht frei von sozialen und
moralischen Bindungen,
von einem Gebunden-Sein an das Gemeinwohl und die menschliche Würde.
Es
gilt letztlich die Verhältnisse zu überwinden, in denen der
antagonistische Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit die persönliche
Würde eines Menschen auf einen Tauschwert reduziert. Eine
solche Haltung steht nicht im Widerspruch zu den
Unternehmerinnen und Unternehmer in der Gesellschaft.
Unternehmen
sollen unter Beachtung sozialer und ökologischer Grundsätze
erfolgreich arbeiten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie
deren Familien sollen von ihrer Arbeit in den Unternehmen
unserer Region gut leben können.
Die
Kommunen sollen in stabilen Unternehmungen Partner haben, die
mit ihrer Steuerkraft und ihrem Engagement für Kultur- und
Sport helfen, die Region lebenswerter zu machen.
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Im
Interesse einer ausgewogenen wirtschaftlichen Entwicklung
unserer Region ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der
Stabilisierung bestehender Unternehmen zur Förderung von
Neugründungen bzw. Neuansiedlungen zu gewährleisten. Die
regionale Wirtschaftsförderung und Wirtschaftsentwicklung
muss primär auf
den Erhalt und die Stärkung bestehender Unternehmungen
ausgerichtet sein. Für die Ansiedlung neuer Unternehmen
muss es zwischen den Kreisverwaltungen und der
Planungsregion ein abgestimmtes Ansiedlungsmanagement geben,
das die Potenziale der Mecklenburgischen Seenplatte als
Wirtschaftsregion mit wirtschaftsfreundlichem Klima offensiv
herausstellt und Investoren eng begleitet. Existenzgründungen,
insbesondere auch von Absolventen der Hoch- und Fachschulen,
sind mit gesonderten Maßnahmen zu unterstützen.
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Ein
ausgewogenes Verhältnis der verschiedenen Eigentumsformen (öffentliches,
genossenschaftlichen und privates Eigentum an
Produktionsmitteln) ist ein organischer Bestandteil einer
demokratischen, friedlichen und solidarischen Gesellschaft.
Dabei gehören Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge
(Wasser, Verkehr, Krankenhäuser, Schulen, sozialer
Wohnungsbestand, Energie) auch in öffentliche Hände oder
bedürfen einer wirksamen demokratischen Kontrolle.
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Zur
Verhinderung eines ruinösen Wettbewerbs und um die
Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen überhaupt
wieder lukrativ zu machen, müssen klare, objektiv nützliche
Regelungen
geschaffen und eingehalten werden.
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Die
Gewährung von Mindestlöhnen
bzw. die Tarifgebundenheit müssen zwingend als
Voraussetzung für die Vergabe öffentlicher Aufträge
sein. Der billigste Anbieter ist bei öffentlichen
Ausschreibungen nicht unbedingt der Günstigste. Den
Kommunen muss durch die Wirtschaftsförderinstanzen, den
Rechnungsprüfungsämtern und weiteren Aufsichtsbehörden
breiterer Interpretationsspielraum gelassen werden, um die
Sicherung von Arbeitsplätzen und regionaler Steuerkraft bei
der Auftragsvergabe stärker berücksichtigen zu können.
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Um
Arbeitsplätze zu sichern bzw. neue zu schaffen ist die öffentliche
Investitionsquote
zu erhöhen. Öffentliche Investitionsprogramme sollen u.a. auf
die Unterstützung regionaler Netzwerke und Wirtschaftskreisläufe
gerichtet sein.
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Wirtschaftsförderung
ist transparent zu gestalten. Bei Investitionsentscheidungen
muss die regionale Ebene stärker einbezogen werden.
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Im
Gegensatz zur exportorientierten Industrie haben viele
kleine und mittlere Unternehmen, die für den lokalen
Markt produzieren bzw. Dienstleistungen anbieten, die
anziehende Konjunktur kaum oder gar nicht zu spüren
bekommen. Deshalb ist eine gleichwertige Unterstützung von
Binnen- und Exportwirtschaft herzustellen. Insbesondere gilt
es Marketingaktivitäten und Außenauftritte von klein- und
mittelständischen Unternehmen verstärkt zu fördern.
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Zur
weiteren regionalen Wirtschaftsentwicklung bedarf es, auf
der Basis des Leitbildes der Planungsregion, einer
abgestimmten Strukturpolitik insbesondere im Zusammenwirken
von regionalem Planungsverband und der Euro-Region
"Pommerania". Eine kleinräumige Denk- und
Handlungsweise verbietet
sich von selbst. Hierzu ist es jedoch notwendig, dass
innerhalb der Region
MSP eine Klärung herbeigeführt wird, welche Struktur
bestimmenden regionalen Wirtschaftsbereiche die
Motoren der ökonomischen und sozialen Entwicklung in den
einzelnen Regionen sein sollen, welches Profil man ausprägen
will, wo also die wirtschafts- und entwicklungspolitischen
Prioritäten liegen. Dabei müssen die Möglichkeiten der
Konversion in ehemaligen Militärstandorten stärker berücksichtigt
werden. Ein
Bombodrom an der Südgrenze der Region lehnen wir
kategorisch ab.
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Der
Berufsnachwuchs ist eine wesentliche Komponente für eine
solide Entwicklung der Unternehmungen in der Region. Die
teilweise dramatisch verlaufende demographische Entwicklung
verringert das Berufsnachwuchspotenzial bereits jetzt
erheblich. Umso wichtiger ist es, die
Qualität der Schul- und Berufsausbildung erheblich zu
verbessern. Dies schließt Bestands- und Planungssicherheit
und eine bessere Ausstattung der Schulen und Berufsschulen
mit Lehr- und Lernmitteln ein. Die Anzahl
der Lehrkräfte sowie der Jugend- und Schulsozialarbeiter
ist zu stabilisieren und
schrittweise anzuheben.
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Die
Bank- und Finanzbranche muss sich der besonderen Lage der
Wirtschaftsstruktur in der Region anpassen. Programme zur Stärkung
der eigenkapitalschwachen klein- und mittelständischen Unternehmen
sollen zur Stabilisierung und Belebung der Wirtschaft
beitragen. Bank- und Finanzdienstleister müssen sich stärker
dem kleinteiligen Kreditgeschäft stellen. Für kleine
Unternehmen und Handwerksbetriebe, die unverschuldet in Not
geraten sind Hilfsfonds einzurichten.
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Arbeitsmarktpolitische
Fördermaßnahmen werden in absehbarer Zeit notwendig
bleiben, um Menschen in Beschäftigungsverhältnisse zu
bringen. Konsequent sind hier die verschiedenen Möglichkeiten,
wie z.B. Job-direkt 100 oder der Kommunalkombi, auszunutzen.
Der Öffentliche Beschäftigungssektor muss, unter
Vermeidung von Konkurrenzen zum so genannten ersten
Arbeitsmarkt, entwickelt werden. Die nach dem entsprechenden
Bundesverfassungsgerichtsurteil zu erwartenden Umwandlungen
der ARGEN (Trennung Kommune/Bundesagentur) muss im Interesse
der Arbeitssuchenden in der Region erfolgen. Vermittlungs-
und Leistungsdefizite dürfen nicht zu gelassen werden.
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In
der Region müssen die Entwicklungspotenziale Natur und
Umwelt unter Beachtung ökologischer und sozialer Aspekte
zielgerichtet erschlossen werden. Die In-Wert-Setzung
unserer besonderen naturräumlichen Ausstattung im Rahmen
der Gesundheitswirtschaft (Gesundheitsland M-V) oder die
weitere touristischen Erschließung, wie z.B. der Regionen
um den Kummerower oder Malchiner See sowie der
Flusslandschaften in der vorpommerschen Region, können zur
Wertschöpfung und der Schaffung von Arbeitsplätzen
beitragen.
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Die
derzeit vorbereitete Funktional- und Kreisstrukturreform
muss die wirtschaftlichen Strukturen stärken. Die Reform
darf nicht auf die Zerstörung von gewachsenen
Stadt-Umlandbeziehungen gerichtet sein. Die relative
Strukturschwäche unseres Wirtschaftsraumes verträgt keine
Veränderungen der Verwaltungsgrenzen, die nach rein
fiskalischen Aspekten vollzogen werden. Das
Auseinanderreissen der Planungsregion oder gar die Auflösung
von Kreisgebietsstrukturen zieht Wirtschafts- und
Kaufkraftschwäche nach sich und konterkariert darüber
hinaus die bisherigen Entwicklungsanstrengungen in der
Planungsregion MSP.
Bereits
vor 60 Jahren wurde in der UN-Menschenrechtserklärung fixiert,
was bislang nicht
Lebenswirklichkeit ist:
"Jeder
Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie
Berufswahl, auf angemessene und befriedigende Arbeitsbedingungen
sowie den Schutz gegen
Arbeitslosigkeit. Alle Menschen haben ohne unterschiedliche Behandlung
das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.“
Wir
wollen dazu beitragen,
dass die Menschen unserer Region, die arbeiten wollen, auch
arbeiten können. Dabei sollen sie frei von Armut
und Existenzangst von ihrer Hände und Köpfe Arbeit leben können.
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