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DOKUMENTE
- STANDPUNKTE - PRESSE
„Das
Europäische Jahr des interkulturellen Dialogs 2008 in
Mecklenburg – Vorpommern mit Leben erfüllen.“
Rede
von MdL Torsten Koplin im Landtag am 31.01.08
Herr
Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Gern hätte ich mich
mit Herrn Dr. Körner auseinandergesetzt, aber das ist so nicht
möglich. Ich habe auch erwartet, dass sich die Abgeordneten der
NPD an dem Thema stoßen. Ich gebe zu, dass ich mich auf diese
Auseinandersetzung gefreut habe, weil wir immer und immer wieder
an jedem Tagesordnungspunkt deutlich machen müssen, was uns
trennt, und zwar die demokratischen Fraktionen auf der einen
Seite und die Nationalisten auf der anderen Seite.
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE
– Zuruf von Michael Andrejewski, NPD)
Interkultureller
Dialog ist das beste Mittel, sehr geehrte Damen und Herren,
gegen völkisch brauen Stumpfsinn.
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE)
Interkultureller Dialog ist das beste Mittel gegen das Gift
einer völkischen Rasse- und Blutideologie.
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE)
Interkultureller Dialog ist getragen
von dem Gedanken, zu lernen,
(Zuruf
von Udo Pastörs; NPD)
die Interessen des anderen Menschen für die eigenen zu halten
und die eigenen für die des anderen. Diese Tugend, Herr Pastörs,
nennt man Gerechtigkeit. Da sie die Interessen …
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE
– Zurufe von Michael Andrejewski, NPD, und
Udo Pastörs, NPD)
Hören Sie gut zu!
(Udo
Pastörs, NPD: Gucken Sie mal in die Stasiakten
rein!)
Da
fällt Ihnen nicht viel zu ein, ja?! Während ich gelernt habe
aus meiner Geschichte, haben Sie nichts gelernt. Das haben Sie
gestern bewiesen.
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE)
Und da Sie die Interessen eines Teils der Menschen, Herr Pastörs,
für höherwertiger ansehen als die der anderen Menschen,
(Unruhe
bei Abgeordneten der Fraktion der NPD)
Treten Sie auch nicht für Gerechtigkeit ein. Das muss auch mal
gesagt werden!
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE)
Jeder Antrag, den Sie sozial angepinselt haben – wie gestern
zum Schonvermögen -, soll verbergen, dass Sie in Wirklichkeit
Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe und ihrer
politischen Ansicht aufeinander hetzen wollen.
(Michael
Andrejewski, NPD: Das sagen die Hartz –
IV – Vollstrecker von der LINKEN)
Auch wenn Sie Fakten aus der Realität entnehmen, die
unbestritten sind, Herr Andrejewski, so missbrauchen Sie die
berechtigten Sorgen der Menschen für Ihre völkisch –
rassistische Ideologie. Diese Ideologie ist geradewegs gegen ein
friedliches Miteinander der Menschen gerichtet, diese Ideologie
ist menschenfeindlich.
(Zuruf
von Michael Andrejewski, NPD)
Im Übrigen sind Sie auch nicht antikapitalistisch, wie Sie,
Herr Borrmann, hier öfter mal so ein bisschen zeigen und
darstellen wollen.
(Zuruf
von Michael Andrejewski, NPD)
Nicht,
dass Sie auf diese Tour morgen Abend in Zepkow versuchen, in der
Dorfgaststätte aufzutreten.
(Zuruf
von Michael Andrejewski, NPD)
Antikapitalisten
sprechen sich gegen jegliche Ausbeutung und Ausgrenzung des
Menschen durch den Menschen aus. Sie wollen diese Ausbeutung und
Ausgrenzungen ersetzen durch eine, die von einer
nationalistischen Elite ausgeht.
(Michael
Andrejewski, NPD: Blödsinn! Zuruf von
Raimund Borrmann, NPD)
Im
Übrigen, Herr Pastörs, gehören Antikapitalismus und
Internationalismus zusammen wie die Nässe zum Regen.
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE)
Antikapitalismus
und Nationalismus sind hingegen völlig unvereinbar.
(Michael
Andrejewski, NPD: Importieren Sie noch
eine Million Billigarbeiter!)
Interkultureller
Dialog ist getragen davon, dass jeder Mensch verlangen kann, wie
ein Mitmensch behandelt zu werden, ohne Rücksicht auf sein
Geschlecht, seine Hautfarbe, seine Ideen oder seinen Geschmack.
Eine solche Bedingung nennt man Würde.
(Zuruf
von Udo Pastörs, NPD)
Eine
solche Bedingung nennt man Würde. Was Sie von der Würde der
Menschen halten, haben Sie gestern bewiesen, als Sie Millionen
Menschen, die in der Zeit zwischen 1933 und 1945 geschunden und
ermordet worden sind, den Respekt verweigert haben.
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE
– Unruhe bei Abgeordneten der Fraktion
der NPD –
Michael
Andrejewski, NPD: Wir haben Ihnen den
Respekt verweigert. – Zuruf von Raimund
Borrmann, NPD)
Sehr
geehrte Damen und Herren, die historische Entwicklung unseres
Landes und der Menschen, die hier lebten und leben, sind
beeinflusst vom interkulturellen Dialog, von der Philosophie
Griechenlands, vom staatspolitischen Genie Roms, vom
christlichen Glauben, vom Geist der Aufklärung, von den
formulierten Menschen- und Bürgerrechten, von dem Versuch einer
nichtkapitalistischen Gesellschaft
(Zuruf
von Michael Andrejewski, NPD)
und
von mehr als einer industriellen Revolution.
(Zurufe
von Raimund Borrmann, NPD, und Udo Pastörs,
NPD)
Daran
anknüpfend ist die folgende Textstelle aus dem Schlussbericht
der Enquetekommission des Bundestages „Kultur in
Deutschland“ zu unterstreichen. Ich zitiere: „Die
Zuwanderung von Menschen aus verschiedenen angrenzenden und weit
entfernten Regionen und die Zusammenarbeit mit ihnen waren und
sind zentral für die Entwicklung Deutschlands.“
(Zuruf
von Michael Andrejewski, NPD)
„Menschen
mit Migrationshintergrund auf ihren Bezug zu einer bestimmten
Ethnie zu reduzieren, ist falsch. Sie sind Teil der Kultur in
Deutschland. Schließlich ist Kultur etwas, das durch
unterschiedliche soziale Prozesse entsteht und sich verändert.“
Zitatende.
(Zuruf
von Raimund Borrmann, NPD)
Mit
unserem Antrag wollen wir den interkulturellen Dialog befördern.
Es scheint nötig, weil insbesondere im ersten Halbjahr 2007,
als Deutschland die Ratspräsidentschaft innehatte, sehr viel über
Europa in den Medien stand und heute ist eher „still ruht der
See“ zu vernehmen.
(Udo
Pastörs, NPD: Die Menschen wollen kein
Europa. Die gehen nicht mal zur Wahl, wenn
Europawahlen sind.)
Ich
bin froh, Herr Minister Tesch, dass Sie sich hier geäußert
haben, wie Sie sich geäußert haben. Ich bin enttäuscht, Herr
Kuhn, dass Sie sagen, letztlich werden Sie den Antrag ablehnen.
Ich bin enttäuscht,
(Udo
Pastörs, NPD: Wir auch.)
und
zwar aus folgendem Grund: Natürlich können wir in den Ausschüssen
darüber reden, aber das ist hinter verschlossenen Türen.
(Raimund
Borrmann, NPD: Ja, das ist die
Demokratie.)
Worum
es uns mit diesem Antrag geht, ist, dass die Bürgerinnen und Bürger
erfahren,
(Zuruf
von Raimund Borrmann, NPD)
was
in unserem land auf diesem gebiet geschieht. – Ich danke für
Ihre Aufmerksamkeit.
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE) |