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DOKUMENTE
- STANDPUNKTE - PRESSE
Absicht oder Patzer?
Da haben am Dienstag abend die
Kreisausschussmitglieder eine Entscheidung zum Theater
getroffen. Auf welcher Grundlage? Mit welcher Sachkenntnis?
Lt. Komunalverfassung sollen Beschlussvorschläge
mit der Einladung zur Sitzung versandt werden. Am Dienstag lag
einigen das sehr umfangreiche Bündel von Papieren zur Theater
und Orchester GmbH kaum 24 Stunden vor, etlichen noch kürzer
oder gar nicht. Ist dann eine Abstimmung dazu seriös zu treffen?
Ein gründliches Studium – auch des Kleingedruckten – machbar?
Eine Beratung mit den Mitgliedern der Fachausschüsse möglich?
Aber:
Lt. Kommunalverfassung koordiniert der
Kreisausschuss die Arbeit der Fachausschüsse. Denen lag das
Papier zu ihren turnusmäßigen Sitzungen überhaupt nicht vor. Sie
haben jetzt aus der Zeitung erfahren, dass ihre Arbeit wohl im
Kreisausschuss erledigt wurde. Wer nicht im Verteiler des
Kreisausschusses ist, hat die Unterlagen erst frühestens am
Donnerstag erhalten!
Und das zu einer Problematik, die seit 2 Jahren
diskutiert wird, zu der es nach langen und schwierigen
Beratungen Beschlüsse der Stadtvertretungen Neubrandenburg und
Neustrelitz sowie des Kreistages Mecklenburg-Strelitz gibt, über
Erklärungen von Landrat und Parteien zur Kreistagswahl gar nicht
zu sprechen. Das wird so einfach mal vom Tisch gewischt. Ist das
verantwortungsvoll?
Der Kreisausschuss hat über die Beschlußreife der
Vorlagen zu befinden. Das schließt die Achtung auf Sorgfalt und
Umsicht in der Beratung ein. Verantwortlich wäre es gewesen, die
Dokumente in die fachliche Beratung der Ausschüsse für Finanzen,
Wirtschaft und Kultur zu verweisen.
Dort kann geprüft und abgewogen, über das Für und
Wider gestritten werden. Die Fachausschüsse sollen den Kreistag
in seiner Entscheidungsfindung beraten. Wenn sich der
Kreisausschuss darüber hinwegsetzt, können die Fachausschüsse
aufgelöst werden. Soll so demokratische Arbeit aussehen?
Irina Parlow
Kreistagsabgeordnete
stellv. Vorsitzende des Kulturausschusses
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