Theaterpolitiker des
Landesverbandes der „Linken“ erklären nach ihrer Sitzung am
06.02.2010 in Teterow:
Die Theater und Orchester sind für
uns unabdingbare Faktoren für die gesellschaftliche Entwicklung
des Landes. Sie zu fördern, ist ein wesentlicher Punkt der
Daseinsfürsorge für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sowie
für die Erhöhung der Attraktivität der Regionen für Bildung,
Wirtschaft und Tourismus.
Das am 26.08.2008 von der Regierung
verabschiedete Eckpunktepapier zur Neuordnung der
Theaterlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern hat zu einem Chaos
in der Theaterarbeit des Landes geführt. Statt der angekündigten
Planungssicherheit herrscht akute Existenzbedrohung. Von
nachhaltiger Entwicklung kann keine Rede sein.
Die Theater stehen 6 Wochen nach
Jahresbeginn mitten in der laufenden sowie in der Planung der
nächsten Spielzeit noch immer ohne belastbare Wirtschaftspläne
da, weil die Landesförderung und die Mehrzahl der kommunalen
Haushalte nicht verabschiedet sind. Erste Insolvenzgefahren sind
bekannt.
Wir fordern die Landesregierung auf,
unverzüglich den Erlass zur Theaterförderung 2010 zu
verabschieden. Die beabsichtigte Kürzung der
Grundbetragsförderung von 50% auf 40% ist nicht umzusetzen!
Damit würde wieder eine Benachteiligung der einwohnerschwachen
Regionen erfolgen. Eine umfassende Begründung und Diskussion der
Kennziffern für die Theaterförderung muss 2010 für die folgenden
Jahre erfolgen.
Wir fordern die Landesregierung auf,
die Theater und Orchester des Landes als Zukunftsprojekte zu
begreifen und für die Förderung umgehend auch den
„Zukunftsfonds“ des Landes in Anspruch zu nehmen.
Wir fordern die Landesregierung auf,
die Kommunen finanziell besser auszustatten. Es kann nicht sein,
dass der Landeshaushalt ausgeglichen wird während das Geld in
den Kommunen nicht reicht, um die übertragenen Pflichtaufgaben
zu erfüllen. Nur mit einer auskömmlichen Finanzausstattung der
Kommunen kann auch die kommunale Theaterförderung erfolgen.
Wir fordern die Dynamisierung der
Theaterförderung durch das Land. Sie wäre bei politischem Willen
bezahlbar, denn sie könnte aus einem Bruchteil des
Haushaltsüberschusses 2009 aufgebracht werden.
Irina Parlow