Abschied der Regierung auf Kosten der
Kommunen
Auf ihrer letzten Kabinettssitzung hat die
schwarz-rote Bundesregierung noch einmal Nägel ohne Köpfchen gemacht und den
Anteil des Bundes an der Finanzierung der Kosten der Unterkunft weiter
gesenkt. Mit anderen Worten: Die Kommunen
werden zukünftig noch stärker belastet. Auch für die Kommunen bedeutet Hartz IV
nun Armut per Gesetz.
Bei der Einführung von Hartz IV war noch
vollmundig das Ziel verkündet worden, die Kommunen durch die Zusammenlegung von
Leistungen zu
entlasten. Jetzt entpuppt sich das Gesetz
als finanzielles Desaster für Städte und Gemeinden. Um mehr als fünf Prozent ist
die Beteiligung des Bundes seit 2008 zurückgegangen. Begründet wird dies damit,
dass die absolute Zahl der Bedarfsgemeinschaften zwischen 2008 und 2009 gesunken
sei. Abgesehen davon, dass deren Zahl aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise
mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
wieder steigen wird, zeugt diese Begründung entweder von mangelhaften
Mathematik-Kenntnissen, oder die Bundesregierung will die Kommunen schlicht für
dumm verkaufen.
Für Neubrandenburg bedeutet dies, dass die
Stadt in 2010 für die 6.189 Bedarfsgemeinschaften zusätzlich etwa 650.000 Euro
mehr für die Kosten der Unterkunft aufbringen muss.
Der Zuschuss des Bundes sollte nicht
gesenkt werden, sondern muss im Gegenteil sogar noch erhöht werden. Zudem muss
die Berechnung des Zuschusses auf der Grundlage der tatsächlichen Kosten
erfolgen.
Das war ein Abschied auf Kosten der
Kommunen.
Dieter Kowalick