Koalition der sozialen Spaltung,
Tricksereien und neoliberalen Entstaatlichung
„Schwarz-Gelb ist eine Koalition der
sozialen Spaltung, Tricksereien und neolibe-ralen Entstaatlichung", erklärt der
Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Gregor Gysi, zur Koalitionseinigung von
CDU/CSU und FDP. „Mit dieser Koalition gewinnt das Land keine Zukunft. CDU/CSU
und FDP verweigern eine gerechte Verteilung der Krisenkosten genauso wie
entscheidende Weichenstellungen, um künftige Krisen zu verhindern."
Gysi weiter:
„Der Weg der Privatisierung sozialer
Risiken wird fortgesetzt und verschärft. Entsolidarisierung wird zur Staatsräson
des schwarz-gelb regierten Deutschland. Die Parität von Arbeitgebern und
Arbeitnehmern in der Sozialversicherung wird endgültig aufgegeben, die unselige
Kopfpauschale eingeführt.
Ausgabensteigerungen bei Gesundheit und
Pflege werden künftigen von den Versicherten vollkommen allein getragen. Wer arm
ist, hat von dieser Koalition weitere Drangsalierung und Leistungskürzun-gen zu
erwarten. Nur Bestverdiener, Vermögende und Unternehmen bekommen wirklich mehr
Netto vom Brutto.
Schwarz-Gelb fängt wie die Schwarz-Roten
Mehrwertsteuer-erhöher für die kleinen Leute mit einem großen Wahlbetrug an.
Dort, wo wie beim Kindergeld oder beim
Schonvermögen Leistungen verbessert werden, gehen große Gruppen leer aus. Kinder
aus Hartz IV-Familien, die höhere Sätze für ein menschenwürdiges Leben am
meisten bräuchten, bleiben
bei CDU/CSU und FDP außen vor. Und den
anderen wird das Geld mit steigenden Müll-, Abwasser- und Postgebühren und mit
Belastungen bei der Gesundheits- und Pflegeversicherung gleich wieder aus der
Tasche gezogen.
Der Staat spielt für Union und FDP nur dort
eine Rolle, wo es darum geht, die Bürgerrechte einzuschränken. Sonst wird er
soweit zurückgeschnitten und finanziell ausgetrocknet, wie es irgend geht – ganz
so, als würde es die Krise nicht geben. Notwendige Mehrausgaben für die
Stabilisierung der Sozialversicherungen sollen in Schattenhaushalte verschoben
werden, statt mit höheren Steuern auf Gewinne und Vermögen für eine
Gegenfinanzie-rung zu sorgen. Was für die Rolle des Staates gilt, zeigt sich
auch bei Atomenergie, Mindestlohn, oder Bahnprivatisierung – überall macht die
Koalition die Politik von vorvorgestern.
Im Kabinett gibt es darüber hinaus außer
Frau Merkel keine Ostdeutsche und keinen Ostdeutschen. Wer den Osten und andere
strukturschwache Regionen vernachlässigt und benachteiligt, zieht ganz
Deutschland nach unten."