Oma jubelt seit dieser Woche. Sie hat schon
fast nicht mehr daran geglaubt – es gibt eine Rentenerhöhung! (dem
Superwahljahr sei Dank?!)
Zu ihrer guten Rente von ca. 1200 € bekommt
sie ab Juli noch knapp 40 € dazu.
Und da sie praktischerweise in M-V lebt,
also im Osten, sind das sogar 0,97 % mehr als im Westen. 20 Jahre
nach der Wende hat Oma so das fast Unmögliche geschafft- sie wird als „Ossi-Oma"
besonders beachtet.
Nun sitzt sie schon ein paar Tage da und
rechnet. Was macht sie mit der zusätzlichen Knete?
Ihrer Tochter gibt sie monatliche 20 € ab,
deren Unterstützung will sie auch mit einem kleinen Zuschuss erhöhen – obwohl
diese als Hartz-IV-Bezieherin sogar von Seiten des Staates „automatisch an das
Rentenniveau angepasst" wird. Der Regelsatz steigt von 351 auf 359 € (!)
und mit dem Oma-Bonus kann sie dann 28 € mehr für die Steigerung der
Binnennachfrage in Umlauf bringen.
Oma will auch jedem der beiden Enkelkinder
noch 5€ auf’s Taschengeld drauflegen- davon kann man ja nie wirklich ausreichend
haben. Die beiden freut es jedenfalls.
Und weil Oma eine verantwortungsbewusste
Staatsbürgerin ist, bringt sie den Rest – sage und schreibe 10 € - auf ihr
Sparbuch zur Bank. Die müssen ja auch irgendwie „überleben".
Zum Glück ist „auf den Sozialstaat
Verlass"( Originalton Bundesarbeitsminister Olaf Scholz). Und so kann Oma Gutes
tun und, wie die Kanzlerin es nennt, „durch die kräftige Rentensteigerung an der
Entwicklung des Wohlstandes in Deutschland teilhaben".
Nur eins ist doof: Oma ist 76 – was, wenn
sie krank wird und hohe Zuzahlungskosten zu den Medikamenten notwendig sind,
oder wenn sie gar gepflegt werden muss? Was, wenn ihr Vermieter demnächst die
Miete erhöht oder die nächste Betriebskostenabrechnung ins Haus flattert?