Warum nur ist es in dieser Stadt so schwer,
den Interessen von vielen, gleich gesinnten Bürgern/Anwohnern, die Ihre Meinung
schon ausdrücklich durch eine Unterschriftensammlung verdeutlichten,
zuzustimmen, als einem vermeintlichen Investor hörig zu sein, der den einzig
erhaltenen historischen Innenhof der Stadt „umgestalten" will: Es soll ein
containerähnlicher Betonklotz incl. Dachterrasse mit drei Wohneinheiten
entstehen, der sich der umgebenden historischen Bauweise in Höhe und
Außenansicht so gar nicht anpasst. Dazugehörend drei separate „Schuppen", die
den Gesamteindruck noch mehr verunstalten.
Gleichzeitig ist auch hier eine ca. 150
Jahre alte, gesunde Linde in Gefahr, deren ansehnlicher Wuchs – in
Baumkronenbreite und Höhe - bei der Architektenplanung nicht berücksichtigt
wurde, denn der Neun-Meter-Bau ragt in sein Geäst und das Fundament greift das
sensible Wurzelwerk an, dass 1,5 mal größer als die Krone ist.
Auch ist nicht erkennbar, inwieweit ein
Wegerecht mit davor liegenden Grundstücksparteien geklärt ist. Es entsteht ein
Grundstück, dass keinen durchgängigen Zufahrtsweg hat, bei dem Elektro-, Wasser-
Abwasser-, Gas- und Telekommunikationsanschlüsse nicht vorhanden sind.
Unabhängig davon wird den Saison-Besuchern
der Freiluftgaststätten von Fürstenkeller und Schauspielhaus ein
erholsamer Blick auf ein wenig Grün inmitten der Stadt mit tristem Beton
verwehrt. Genau dieser unerwartete Anblick war es, der Einheimische wie
Touristen immer wieder erfreute.
Auch den Besuchern der Probebühne entzieht
sich dann diese Aussicht.
Mangelt es dieser Stadt tatsächlich an
anderen attraktiven Bauplätzen?
Muss unbedingt Wohnraum geschaffen
werden, der sich noch näher an Theaterwerkstatt und Orchesterlager
befindet? Es sollte tatsächlich davon ausgegangen werden, dass angesichts
spätabendlicher Aktivitäten der verschiedenen Theatersparten diesbezüglich Ärger
ins Haus steht, auch wenn dies derzeit vehement klein geredet und beschwichtigt
wird.
Der naturbedingte Blätterfall der alten
Linde auf die Dachterrassen wird ebenfalls ein Streitpunkt werden.
Andere Ideen zur baulichen Herrichtung
bestehender Gebäude und Integrierung von kleinen Kunst- und Gewerbebetrieben, um
das Mischleben in diesem Quartier zu erhalten, finden keinerlei
Berücksichtigung, werden mit lapidaren Begründungen abgetan.
Um einem Investor gefällig zu sein, werden
B-Pläne geändert.
Warum werden Konzeptionen nicht
aufgegriffen, die der Stadt vorliegen?
Warum wird nicht auf innovativen Gebieten
mutig und risikofreudig in die Zukunft investiert?
Fragen über Fragen – und keine zufrieden
stellenden Antworten.
Eben eine unendliche Geschichte.
Anwohnermeinung
(Name ist der Red. bekannt)