Privatisierung
und Demokratieabbau – der Weg in den Abgrund
Die
Wirtschaftskrise bedroht Millionen Menschen mit Arbeitslosigkeit und Armut. An
diesen Abgrund hat uns eine Politik geführt, nach der angeblich alles Private
gut und alles Staatliche schlecht ist. Unternehmen in öffentlicher Hand wurden
verkauft, Rechte für Beschäftigte, Arbeitslose und Rentnerinnen und Rentner
abgebaut.
Mit
der Privatisierung wird der Reichtum, den alle erwirtschaften, in die Hände
weniger gegeben. Mit dem Abbau von Regeln und Rechten – Deregulierung genannt
– wird die Demokratie ausgehöhlt.
Die
Regierungen Schröder und Merkel haben mit der so genannten Liberalisierung des
Kapitalverkehrs den Spekulanten das Casino namens Finanzmarkt gebaut. Und sie
haben den Spekulanten das Geld zum Zocken verschafft: Steuern für Reiche und
Konzerne wurden gesenkt, Löhne wurden mit Hartz unter Druck gesetzt, die
gesetzliche Rente wurde weitgehend zerstört. Das hat den Unternehmen,
Versicherungen und Mega-Reichen viel Geld in die Taschen gespült – für
Spekulation, Paläste und Luxusjachten.
Das
sind die Prinzipien des Neoliberalismus, denen CDU/CSU, SPD, Grüne und FDP
huldigen.
Auch
in der Krise wechseln CDU/CSU und SPD ihre Politik nicht und gehen nicht an die
Ursachen der Krise: Rettung maroder Banken ohne Gegenleistung, kein Verbot von
spekulativen Geschäften, keine Verpflichtung der Banken auf die
Kreditversorgung der Wirtschaft und kein wirksamer Schutzschirm für
Beschäftigte.
Merkel
und Steinmeier lassen zu, dass nach dem Finanzmarkt nun auch die Realwirtschaft
zusammenbricht. Sie sind dabei, Sicherheit und Wohlstand für uns und unsere
Kinder zu verspielen.
Wir
brauchen deshalb eine neue Politik. Deutschland braucht einen neuen
Gesellschaftsvertrag für soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Ökologie.
Demokratisch
und gerecht – der Weg in die Zukunft
Deutschland
ist ein reiches Land und an diesem Reichtum sollen alle Menschen teilhaben.
Dafür brauchen wir höhere Löhne, bessere Sozialleistungen, höhere Renten,
gerechtere Steuern und die direkte Beteiligung der Belegschaften an größeren
Unternehmen. Das sind auch die Grundlagen für Investitionen in eine lebenswerte
und umweltverträgliche Zukunft.
Wirklich
demokratisch ist eine Gesellschaft erst, wenn auch die Wirtschaft nach
demokratischen Spielregeln funktioniert. Deshalb brauchen wir eine erweiterte
Mitbestimmung – im einzelnen Unternehmen ebenso wie in der Gesamtwirtschaft.
1.
Banken vergesellschaften, Finanzmärkte regulieren
Die
Versorgung der Wirtschaft mit Geld kann nicht der Willkür privater Banken
überlassen werden.
Sie
liegt im öffentlichen Interesse und ist deshalb in öffentlicher Verantwortung
zu regulieren.
Die
Banken haben sich in den letzten Jahren immer mehr auf die Spekulation verlegt
und damit das Finanzsystem ruiniert. Sie sind dabei, auch die Realwirtschaft zu
zerstören: Der Geldverleih zwischen den Banken und die Kreditvergabe an
Unternehmen stockt. Die Vergesellschaftung der Banken ist das Gebot der Stunde.
Dazu gehört eine straffe staatliche Regulierung der Finanzgeschäfte ebenso wie
die Übertragung von Eigentumsrechten an die öffentliche Hand (Kommunen,
Länder, Bund) und Belegschaften sowie die Bildung von genossenschaftlichem
Eigentum.
Um
den Spekulanten dauerhaft das Handwerk zu legen, müssen Währungsspekulation
unterbunden, Steueroasen geschlossen und strikte Regeln für einen sozial
verträglichen internationalen Kapitalverkehr erlassen werden. Hedge-fonds,
Verbriefungen, Zweckge-sellschaften und andere Speku-lationsinstrumente müssen
verboten werden.
2.
Öffentliche Einrichtungen ausbauen, Privatisierung stoppen
Durch
Privatisierung wird die öffentliche Daseinsvorsorge der demokratischen
Kontrolle und Gestaltung entzogen und Gewinne werden privatisiert. Mehr und
bessere öffentliche Einrichtungen bedeuten größere soziale Gerechtigkeit und
stärkere demokratische Teilhabe. Deshalb muss der Börsengang der Bahn
endgültig gestoppt werden. Die Stromnetze und Krankenhäuser gehören in
öffentliche Hand.
3.
Mitbestimmung und Beteiligung von Belegschaften durchsetzen
Unter
dem Druck von Banken und Finanzinvestoren treffen Manager immer häufiger
Entscheidungen, die allein den kurzfristigen Interessen der Anteilseigner dienen
und damit die Interessen der Beschäftigten und der Unternehmen an nachhaltiger
Entwicklung ignorieren. Betriebsräte und Gewerkschaften stehen dem bisher
weitgehend machtlos gegenüber, weil ihnen in Deutschland das Recht verwehrt
wird, bei grundlegenden Unternehmensentscheidungen – Entlassungen,
Unternehmensverkäufen, Ausgliederungen – wirklich mitzuentscheiden. Deshalb
müssen die Mitbestimmung ausgebaut und die Belegschaften bis 49 Prozent an
größeren Unternehmen beteiligt werden, insbesondere dann, wenn diese
Unternehmen staatliche Unterstützung erhalten. Für eine wahrhaft demokratische
Gestaltung der Wirtschaft ist beides unverzichtbar.
4.
Reichtum gerecht verteilen, Millionenvermögen besteuern
Die
Steuern auf hohe Einkommen und Gewinne der Konzerne müssen steigen, die unteren
Einkommen entlastet werden. Die Renten müssen angehoben werden. Das gilt bis zu
seiner Überwindung ebenso für das Arbeitslosengeld II. Die Belegschaften sind
am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen direkt zu beteiligen. Zur
Finanzierung der staatlichen Hilfsprogramme muss eine Millionärsabgabe von 5
Prozent auf Privatvermögen von über einer Million Euro erhoben werden. Das
würde Einnahmen bis zu 80 Milliarden Euro ermöglichen.
So
wird die Gesellschaft gerechter, erhält finanzielle Spielräume für
Zukunftsinvestitionen, die Spekulation wird gebremst.
Die
Banken und Versicherungen müssen ab sofort einen finanziellen Beitrag zu den
Hilfsmaßnahmen erbringen. Leistet der Staat einer Bank oder Versicherung
finanzielle Hilfe, muss er in gleichem Umfang Teilhaber werden und die
Geschäftspolitik mitbestimmen.
5.
Arbeitsplätze sichern, in die Zukunft investieren
Um
die Wirtschaftskrise abzufedern und Arbeitsplätze zu sichern brauchen wir ein
Programm für Investitionen in Bildung, Gesundheitswesen, Energiewende und
Infrastruktur und zur Stärkung der Binnennachfrage in Höhe von mindestens 50
Milliarden Euro jährlich ab 2009. Darüber hinaus muss dauerhaft mehr Geld in
soziale und ökologische Zukunftsprojekte investiert werden. Um Arbeitsplätze
zu sichern und Arbeit gerecht zu verteilen, muss die gesetzliche Arbeitszeit
drastisch gesenkt werden.