DIE LINKE. 

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Februar 2009

Zwei Hürden ….

 

stehen vor dem Umbau des HKB zum Medien- und Veranstaltungszentrum (MVZ). Erstens ist es die Finanzierung des Vorhabens. Das Innenministerium des Landes hat das Vorhaben mit der Haushaltsbestätigung 2008 als nicht genehmigungsfähig beurteilt. Aber bereits die Kosten für die Planung stehen mit über 720 000 Euro zu Buche.

Die zweite Hürde ist der Denkmalschutz für das Gesamtgebäude. Die hierfür Zuständigen im Land haben Einwände, die man auch als Laie verstehen kann. Sie würden aber kein generelles Aus für den Umbau bedeuten. Der Erhalt von baulichen Details für Innen und Außen (Säulen mit Kreuztreppen im Foyer; Brüstung mit Namenszug) sind durchaus übliche Forderungen bei Umbau und Nutzungsveränderung von Bauwerken unter Denkmalschutz. Aber von besonderer Bedeutung ist der Erhalt der baulichen Gestalt. Und eben daran scheiden sich die Geister. Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege und auch der zuständige Minister haben hierzu einen festen Standpunkt. Kein Wunder also, wenn diese auf ihrer Internetseite das HKB als Denkmal des Monats September wie auch des Monats Oktober 2008 würdigten. Ein sehr deutliches Signal, waren doch noch bis August hinein alle Versuche der NEUWOGES gescheitert, eine Veränderung der Bauwerksgestalt befürwortet zu bekommen.

Der Internetnutzer konnte neben drei Bildern vom HKB den an Deutlichkeit kaum zu übertreffenden Text lesen:

„Das zwischen 1963 und 1965 nach dem Entwurf der Architektin Iris Dullin-Grund auf der Nordseite des Marktes errichtete Haus der Kultur und Bildung markiert einen Bruch in der herrschenden Architekturauffassung. Die Abkehr von der Ideologie der nationalen Tradition steht im Zusammenhang mit der aus ökonomischen Gründen beginnenden Industrialisierung des Bauwesens, die später zum Typenbau führte, der dann über Jahrzehnte das Baugeschehen in der DDR prägte. …. Das Haus der Kultur und Bildung aber fußt auf einem individuellen Entwurf, und es ist ein bedeutsames Zeugnis der Architektur der frühen 1960er Jahre, das internationalen Vergleichen standhält und für Mecklenburg-Vorpommern einzigartig ist. …Das neue Nutzungsprogramm wird zu erheblichen Veränderungen des Denkmals führen. Der Büroflügel im Norden ist bereits abgerissen. Der architektonisch und akustisch gleichermaßen überzeugende Saal mit ansteigendem Parkett, Holztäfelung und Rabbitzdecke wird nicht erhalten. Stattdessen soll der Hof mit einem neuen Saaltrakt überbaut werden, der den bisherigen an Höhe überragt. Die Ansichten von Westen, Norden und Osten sollen verändert werden. Inwieweit auch die zum Markt weisende Hauptansicht durch ein Kragdach mit Stützen verändert werden wird, ist noch nicht entschieden. Diese Absicht wird nicht mit Nutzungsnotwendigkeiten, sondern ästhetisch begründet."

Aus „ästhetischen Gründen" leistet sich die Stadt, der auf Dauer die finanzielle Leistungsfähigkeit abgesprochen ist, also einen Umbau des HKB, der nach vorliegender Kostenberechnung über alles nahezu 36,0 Mio. EUR kosten wird. Dieser gewollte Aufwand ist es wert, etwas genauer hinzuschauen und Vergleiche zu führen. Der Wiederaufbau der Marienkirche zur Konzertkirche bietet sich an. Auffallend sind nicht nur die vergleichsweise geringeren Gesamtkosten beim Bau der Konzertkirche und nicht nur die vielen Anstrengungen für den Erhalt des Baudenkmals Marienkirche. Die Unterschiede in der Art und Weise der Mitwirkung von politischen Gremien und die Teilhabe der Öffentlichkeit sind es, die mir besonders auffallen. Ein vom OB zur Vertraulichkeit gegenüber Dritten verpflichteter Projektbeirat, von dem nicht einmal die Sitzungstermine vorher bekannt werden, mutet wie ein Geheimbund an, wenn man sich an die Arbeit im Sonderausschuss Marienkirche erinnert. Die Öffentlichkeit war auch mittels Poster und ausgestelltem Modell stets über den Entwicklungsstand im Bilde.

Beim HKB geht es scheinbar um mehr als nur um die konzentrierte Unterbringung von Trägern der Medienarbeit. Das wäre auch ohne Kragdach auf sieben Säulen zu erreichen. Die Frage, wie ein modernisiertes Baudenkmal „Haus der Kultur und Bildung" positiv für das Ansehen der Stadt wirken kann, wurde und wird nicht einmal ansatzweise erörtert.

Herbert Doberenz

 

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