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Haushaltssicherungskonzept
2009
Aus
der Rede des Ratsherrn Toni Jaschinski auf der Sitzung der
Stadtvertretung am 29.01.09
Der
kommunalpolitische Handlungsspielraum wird für alle Beteiligten auf Grund der
defizitären Haushalte der letzten Jahre immer kleiner. Wie in den Jahren zuvor,
sieht weder der Haushalt 2009 noch die damit verbundene mittelfristige
Finanzplanung einen Haushaltsausgleich vor.
Der
Kassenkreditrahmen liegt mit rd. 100 Mio. Euro um ein mehrfaches über dem
genehmigungsfreien Betrag. Durch die immer neuen Fehlbedarfe ist eine zunehmende
Verschuldung der Stadt zu verzeichnen. Darüber hinaus bestehen auch zukünftig
erhebliche haushaltsrechtliche Risiken wie:
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steigende Sozialausgaben
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eventuell sinkende Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer, sollte die
Finanzkrise durchschlagen
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steigende Ausgaben aus Tariferhöhungen
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sich verändernde Zuschüsse und Zuweisungen von Land und Bund vor dem
Hintergrund der demografischen Entwicklung
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und nicht zuletzt die bevorstehende Kreisgebietsreform.
Die
Folge ist, dass die Handlungsmöglichkeiten der Stadt und der Stadtvertretung
eventuell noch weiter beschnitten werden, was insbesondere für geplante
Investitionen dramatische Folgen haben kann.
Die
geplanten Sparmaßnahmen führen darüber hinaus zu weiteren Einschränkungen im
Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge, was vom Innenminister ausdrücklich
gewünscht wird. Die Sparbemühungen führten bereits zur Knappheit der Mittel
für Kultur, Jugendarbeit und der Sozialarbeit. Engpässe bei freien Trägern
sind die Folge. Strukturen und Netzwerke, welche für ein funktionierendes
Gemeinwesen unabdingbar sind, leiden.
Aufgabe
ist die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt wieder herzustellen, es ist
aber ein offenes Geheimnis, dass wir dieses aus eigener Kraft kaum schaffen
werden. Wir werden auch weiterhin kommunale Dienstleistungen anpassen, aber aus
unserer Sicht ist nicht jede vorgeschlagene Maßnahme geeignet den Haushalt zu
sichern. Deswegen hat die Fraktion DIE LINKE drei Änderungsanträge zum
Haushaltssicherungskonzept 2009 eingebracht.
1.
Streichung der Maßnahme „Veräußerung von Anteilen der Stadtwirtschaft an
die Neubrandenburger Stadtwerke". Wir wissen um die Überlegung des
Oberbürgermeisters die damit gewonnen 4,5 Mio. Euro für die Sicherung der
Finanzierung des Medien- und Veranstaltungszentrums einzusetzen. Wir wissen
aber noch nicht, ob das Innenministerium gewillt ist, diesem Weg zuzustimmen
oder wir Altschulden tilgen müssen. Wer sagt uns, dass es besser ist per
Verkauf 4,5 Mio. Euro einzunehmen und damit auf eine jährliche bisher
erfolgte Gewinnabführung von knapp 400.000 Euro zu verzichten? Die Streichung
der Maßnahme bedeutet aber nicht, dass die Verwaltung immer noch einen
Vorschlag zum Verkauf der Stadtvertretung vorlegen kann, wenn alle offenen
Fragen geregelt sind.
2.
Streichung der Maßnahme „Reduzierung des Beigeordneten". Unsere
Fraktion hat bereits im vergangenen Jahr deutlich gemacht, dass sie 2
Beigeordnete für richtig hält. Politische Wahlbeamte können ein sehr gutes
Korrektiv zum Oberbürgermeister sein.
3.
Beantragen wir, dass die Grundsteuer B nicht angehoben wird. Hier könnten
zwar 450.000 Euro Mehreinnahmen erzielt werden, aber die Grundsteuer B wird
von allen Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt bezahlt. Aus unserer Sicht
wäre es ein schlechtes Signal, wenn wir in der jetzigen Finanz- und
Wirtschaftskrise den einzelnen Bürger noch mehr belasten.
Die
Konsolidierungsansätze vergangener Jahre waren in erster Linie auf die
Reduzierung der Ausgaben gerichtet. Nachvollziehbar erscheinen daher Forderungen
der Kommunalaufsicht nach Einnahmeverbesserungen durch Anpassungen von
Hebesatzänderungen, in Form der Anhebung von Parkgebühren, durch Maßnahmen
zur Realisierung von Umlagen oder der stärkeren Heranziehung von
Umlandgemeinden bei der Kostendeckung bestimmter Einrichtungen. Die
Lebenssituation der Bürgerinnen und Bürger darf dabei nicht unbetrachtet
bleiben. Wir finanzieren Einrichtungen, die von der Stadt getragen und von der
Region genutzt werden.
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