Beitragssatzdogma
aufheben
Das
Leistungsziel in der GRV muss an die Stelle der Beitragssatzdeckelung treten.
Die Beitragssatzhöhe muss sich wieder an dem angestrebten Leistungsniveau
orientieren. Die Begrenzung des Beitragssatzes auf 20 Prozent bis 2020 und auf
22 Prozent bis 2030 nutzt allein den Unternehmen. Die ArbeitnehmerInnen müssen
bereits heute zur Wahrung ihres Lebensstandards im Alter einen insgesamt
höheren Anteil ihres Einkommens für gesetzliche und private Vorsorge
aufbringen, als er bei einer paritätischen Finanzierung im Rahmen einer
sozialen Erwerbstätigenversicherung erforderlich wäre. Alle Erwerbstätigen
sowie die Millionen von Rentnerinnen und Rentner müssen wieder an den
Produktivitätsfortschritten und damit am gesellschaftlichen Wohlstand beteiligt
werden.
Nein
zur Rente ab 67
Die
Anhebung des Renteneintrittsalters auf über 65 Jahre lehnen wir ab, weil sie
nichts außer einer weiteren flächendeckenden Kürzung der Renten bewirkt.
Notwendig sind flexible Ausstiegsmöglichkeiten vor dem 65. Lebensjahr. Wir
streben langfristig das Renteneintrittsalter ab 60 Jahre an, ohne Abschläge.
Wir wollen eine Fortführung der Förderung der Altersteilzeit durch die
Bundesagentur für Arbeit und einen abschlagsfreien Zugang zu
Erwerbsminderungsrenten.
Schrittweise
Einbeziehung aller Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung
Wir
wollen die Einbeziehung von bislang nicht oder nur unzureichend gesicherten
Personen sowie von Personen, die derzeit noch Zugang zu „privilegierten"
Sondersystemen haben, in eine einheitliche soziale Erwerbstätigenversicherung
für alle, in die Arbeitgeber und ArbeitnehmerInnen paritätisch einzahlen.
Damit tragen wir auch den veränderten Erwerbs- und Lebensbiografien in einer
sich immer schneller wandelnden Arbeitswelt Rechnung. Die
sozialversicherungsrechtliche Sonderbehandlung von Mini- und Midi-Jobs ist zu
beenden. Dies stärkt die Solidargemeinschaft innerhalb der GRV und hilft die
Beitragsbasis zu stabilisieren
(Aus
dem Rentenkonzept der Partei DIE LINKE vom Juli 2008 - Fortsetzung zu
Rathausreport- Ausgabe 09/08))