DIE LINKE. 

in Neubrandenburg

 

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Oktober 2008

Wer zahlt?

 

Der Umbau des HKB zum MVZ verzögert sich. Bereits 2007 wurde im eingerichteten Projektbeirat bekannt, dass eine Abweichung vom aktuellen Bauablaufplan zusätzliche Kosten in Höhe von ca. 1,2 Mio. EUR entstehen lassen könnte. OB und Geschäftsführer sehen derzeit hierbei noch kein Problem. Höhere Kosten sind aber gewiss, selbst wenn der komplexe Baubeginn Mitte 2009 möglich werden könnte. Bei der Gewissheit von heute und bei den allseits mageren Kassen muss die Frage gestellt werden: „Wer bezahlt die Kosten einer Verzögerung; Architekt oder Bauherr?" Doch zuvor sollte man wissen, dass die Verzögerung vor allem durch Einsprüche des Landesamtes für Denkmalpflege ausgelöst ist. Dort werden Bedingungen gestellt. Verlangt wird, dass

· die Brüstung mit Schriftzug zu reparieren und zu erhalten ist;

· die Säulen im Foyer zu erhalten sind;

· ein neues Kragdach in Richtung des Marktplatzes zu entfallen hat.

Ich bezweifele ein Verschulden des Architekten. Dieser hat bei einem Architektenwettbewerb zum Vorhaben für seinen Entwurf den ersten Preis erhalten und mit ihm von der Juri einen besonders sensiblen Umgang mit dem Baudenkmal HKB bescheinigt bekommen. Seine Planung heute sieht also anders aus. Warum wohl?

Kann der Architekt nachweisen, dass er die Verzögerung nicht vertreten muss, oder hat er gar nachweislich den Bauherren rechtzeitig auf die Klippen zum Denkmalschutz aufmerksam gemacht, dann liegt der Ball nun vor den Füßen des Bauherren. Allemal könnten zusätzliche Honorarkosten auch geltend gemacht werden. Kann er das alles nicht, dann könnte der Bauherr, in unserem Fall die stadteigene Wohnungsgesellschaft die Forderung zum Kostenausgleich an den Architekten stellen.

Man darf gespannt sein, wer der klügere war, Architekt oder Geschäftsführer. Haben beide sich abgesichert, dann kommt nur noch die Stadt als alleinige Gesellschafterin der NEUWOGES in Frage.

Spätestens jetzt muss Farbe bekannt werden, wer versuchte, das Baudenkmal in den Wind zu schreiben. In den vom OB vorgelegten Dokumenten, die von einer Mehrheit der Stadtvertretung jeweils bestätigt wurden, ist dann jedes Wort, jede Zahl und jedes Komma besonders wichtig. Also auf zum Nachlesen!

Vor mir liegt der umfangreiche Beschluss zur Entwurfsplanung vom 28.06.2007. Das Nachlesen sollte aber mit dem Beschluss zur Tiefgarage Marktplatz vom 18.06.1998 beginnen. In der Sache folgen bis 2007 noch weitere acht Beschlüsse . Wenn nunmehr der OB mit dem Minister für Verkehr, Bau und Landesentwicklung einen zum Denkmalschutz nicht zuständigen Minister des Landes bemüht, dann hat die Frage nach der Kostenbegleichung einen zusätzlichen Anlass.

Herbert Doberenz

 

 1 s. NS Projektbeirat vom 07.11.2007

 2 s. NS Stadtvertretung vom 04.09.2008 Seiten 9 ff.

 3 s. Denkmalbegründung des Landesamtes für Denkmalpflege zum HKB vom 30.12.2004

 4 s. Antwort OB auf Anfrage DS-Nr.: IV / 1156 zum Umbau des HKB vom 22.09.2008

 5 s. Preisbegründung zum Entwurf Jäger und Jäger von 2005

 6 s. Beschluss-Nr.: 1063/42/98; 76/06/99; 522/30/02; 539/31/02; 589/34/02; 733/43/03; 185/13/05; 229/16/05; 306/21/06; 448/31/07

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