DIE LINKE. 

in Neubrandenburg

 

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September 2008

Aus der Niederschrift der Stadtvertretersitzung am 26.06.2008

 

Ratsherr Dr. Bewersdorf (DIE LINKE) sei überrascht, dass vor dem Marktplatzcenter im öffentlichen Raum Panzer aufgefahren sind und innerhalb des Zentrums Waffen ausgestellt werden.

Fragen:

1. Warum wurde die Stadtvertretung vorher nicht informiert oder befragt?

2. Seit Ende des Kalten Krieges habe sich die Stadt Neubrandenburg deutlich bei militärischen Demonstrationen aller Art zurückgehalten, keine Vereidigungen auf dem Marktplatz, keine Fahnenappelle, keine Aufmärsche. Er müsse annehmen, dass sich das mit der jetzigen Maßnahme deutlich ändere. Vielleicht sei das der erste Teil einer Regierungserklärung nach der Oberbürgermeisterwahl, dass wir mehr tun für die Militarisierung des öffentlichen Lebens? Dafür habe er kein Verständnis.

Herr Dr. Krüger, Oberbürgermeister, erklärt, dass die Präsentation der Bundeswehr mit dem Abzug des Divisionsstabes zusammenhänge, eine Maßnahme, die zur „Demilitarisierung" der Stadt Neubrandenburg führen werde. Der Divisionsstab sei nicht nur eine wichtige Institution im ganzen Norden gewesen. Damit sei auch der Weggang einiger hundert Arbeitsplätze im öffentlichen Bereich verbunden. Das führe neben einer Kaufkraftschwächung auch zu einigen anderen negativen Effekten.

Es gebe Patenschaftsbeschlüsse der Stadt mit der Bundeswehr und es wurde ein gutes Miteinander gepflegt. Präsentationen der Bundeswehr innerhalb der Standorte hatten eine große Publikumsresonanz. Mit dem Weggang des Divisionsstabes war der Wunsch der Bundeswehr verbunden, sich noch einmal präsentieren zu dürfen und einige Veranstaltungen im Stadtkern ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rufen. Dem sei die Stadt gefolgt, so wie bei vielen anderen Präsentationen von Institutionen, Vereinen und Verbänden in der Stadt. Darin sei keine Ursache für einen Beschluss der Stadtvertretung gesehen worden, da es ständig passiert, dass Präsentationen stattfinden.

Dass es keine Veranstaltungen in der Innenstadt gab, stimme so nicht. Zu erinnern sei an einen Heimkehrerappell aus dem Kosovo vor etwa vier Jahren mit großer öffentlicher Resonanz auf dem Markt.

Es sei eine gute Sache, der Bundeswehr noch mal die Chance zu geben, sich hier zu präsentieren und damit auch deutlich zu machen, dass zwar ein Teil der Bundeswehr in der Stadt verloren geht, aber auch gleichzeitig die Bundeswehr in einem beträchtlichen Umfang präsent in der Stadt und damit ein wichtiger Standortfaktor bleibt.

Insofern halte Herr Dr. Krüger die Präsenz durch die Ausstellung nicht für ein Zeichen der Militarisierung, sondern für einen Ausdruck der Verteidigungsbereitschaft der Bundesrepublik, die auch hier in Neubrandenburg stattfindet.

 

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