Der
Vorschlag des Oberbürgermeisters, im Rahmen der Verwaltungsreform, eine Reihe
von Gemeinden durch einen größeren Flächenzuschnitt an Neubrandenburg zu
binden, ist nicht ganz neu.
Bereits
1996 wurde dieser Gedanke in der Neubrandenburger Zeitung diskutiert.
Unmittelbarer Anlass war die Zerschlagung des Zweckverbandes der
Neubrandenburger Sparkasse auf Verlangen der Landräte der Kreise
Mecklenburg-Strelitz, Demmin und Uecker-Randow, die durch die Verwaltungsreform
1994 jeweils Teile des ehemaligen Landkreises Neubrandenburg erbten. Im Ergebnis
trat, wie erwartet, auch eine deutliche Schwächung der Wirtschaftskraft der
Region ein.
Es
ist zu erwarten, dass jetzt wieder aus durchsichtigen egoistischen Gründen
bestimmte Landräte und Bürgermeister vor Empörung aufheulen werden.
Wenn
man aber einen Moment das Gerangel um Pöstchen und Geldzuweisungen im Interesse
der Bewohner zurückstellt, dann müsste sich auch folgende Überlegung
einstellen.:
Tausende
Neubrandenburger haben sich seit 1990 in diesen Gemeinden angesiedelt. Sie
kommen fast ausnahmslos täglich zur Arbeit nach Neubrandenburg. Ihre Kinder,
die ab Klasse 5 weiterführende Schulen besuchen, müssen nach Recht und Gesetz
nach Neustrelitz oder Friedland fahren, falls sie nicht lieber ihren Wohnsitz
bei den Großeltern in Neubrandenburg gefunden haben.
Wer
aber von Wulkenzin oder Nemerow täglich Dutzende Kilometer durch einen
Landkreis fahren muss, weiß, welche Belastung dem Schüler aus
verwaltungstechnischen Gründen zugemutet wird, obwohl die Schule in der Stadt
in wenigen Minuten erreichbar wäre,. falls die Eltern ihre Kinder nicht ohnehin
mitnehmen würden. Diese Belastung dürfte wegfallen bei einer Eingemeindung.
Außerdem
wäre die Stadt verpflichtet, den öffentlichen Personennahverkehr auf diese
neuen Stadtgebiete zu erweitern.
Es
ist nicht zu erkennen, dass die Bewohner der umliegenden Gemeinden durch diese
Einbeziehung in die Stadt irgendwelche Nachteile haben werden.
Es
sollte die Vernunft walten
Dr.
Manfred Bewersdorf.