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Interkultureller
Dialog
Anläßlich
des interkulturellen Dialogs 2008 in MV und der beantragten NPD-Demo am 7. Juni
in Neubrandenburg ein Auszug aus der Rede des MdL Torsten Koplin
Herr
Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Gern hätte ich mich mit Herrn Dr. Körner
auseinandergesetzt, aber das ist so nicht möglich. Ich habe auch erwartet, dass
sich die Abgeordneten der NPD an dem Thema stoßen. Ich gebe zu, dass ich mich
auf diese Auseinandersetzung gefreut habe, weil wir immer und immer wieder an
jedem Tagesordnungspunkt deutlich machen müssen, was uns trennt, und zwar die
demokratischen Fraktionen auf der einen Seite und die Nationalisten auf der
anderen Seite.
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE – Zuruf von Michael Andrejewski, NPD)
Interkultureller
Dialog ist das beste Mittel, sehr geehrte Damen und Herren, gegen völkisch
brauen Stumpfsinn.
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE)
Interkultureller Dialog ist das beste Mittel gegen das Gift einer völkischen
Rasse- und Blutideologie.
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE)
Interkultureller
Dialog ist getragen von dem Gedanken, zu lernen,
(Zuruf
von Udo Pastörs; NPD)
die Interessen des anderen Menschen für die eigenen zu halten und die eigenen für
die des anderen. Diese Tugend, Herr Pastörs, nennt man Gerechtigkeit. Da sie
die Interessen …
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE – Zurufe von Michael Andrejewski, NPD,
und Udo Pastörs, NPD)
Hören Sie gut zu!
(Udo
Pastörs, NPD: Gucken Sie mal in die Stasiakten rein!)
Da
fällt Ihnen nicht viel zu ein, ja?! Während ich gelernt habe aus meiner
Geschichte, haben Sie nichts gelernt. Das haben Sie gestern bewiesen.
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE)
Und da Sie die Interessen eines Teils der Menschen, Herr Pastörs, für höherwertiger
ansehen als die der anderen Menschen,
(Unruhe
bei Abgeordneten der Fraktion der NPD)
Treten Sie auch nicht für Gerechtigkeit ein. Das muss auch mal gesagt werden!
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE)
Jeder Antrag, den Sie sozial angepinselt haben – wie gestern zum Schonvermögen
-, soll verbergen, dass Sie in Wirklichkeit Menschen aufgrund ihrer Herkunft,
ihrer Hautfarbe und ihrer politischen Ansicht aufeinander hetzen wollen.
(Michael
Andrejewski, NPD: Das sagen die Hartz – IV – Vollstrecker von der LINKEN)
Auch wenn Sie Fakten aus der Realität entnehmen, die unbestritten sind, Herr
Andrejewski, so missbrauchen Sie die berechtigten Sorgen der Menschen für Ihre
völkisch – rassistische Ideologie. Diese Ideologie ist geradewegs gegen ein
friedliches Miteinander der Menschen gerichtet, diese Ideologie ist
menschenfeindlich.
(Zuruf
von Michael Andrejewski, NPD)
Im Übrigen sind Sie auch nicht antikapitalistisch, wie Sie, Herr Borrmann, hier
öfter mal so ein bisschen zeigen und darstellen wollen.
(Zuruf
von Michael Andrejewski, NPD)
Nicht,
dass Sie auf diese Tour morgen Abend in Zepkow versuchen, in der Dorfgaststätte
aufzutreten.
(Zuruf
von Michael Andrejewski, NPD)
Antikapitalisten
sprechen sich gegen jegliche Ausbeutung und Ausgrenzung des Menschen durch den
Menschen aus. Sie wollen diese Ausbeutung und Ausgrenzungen ersetzen durch eine,
die von einer nationalistischen Elite ausgeht.
(Michael
Andrejewski, NPD: Blödsinn! Zuruf von Raimund Borrmann, NPD)
Im
Übrigen, Herr Pastörs, gehören Antikapitalismus und Internationalismus
zusammen wie die Nässe zum Regen.
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE)
Antikapitalismus
und Nationalismus sind hingegen völlig unvereinbar.
(Michael
Andrejewski, NPD: Importieren Sie noch eine Million Billigarbeiter!)
Interkultureller
Dialog ist getragen davon, dass jeder Mensch verlangen kann, wie ein Mitmensch
behandelt zu werden, ohne Rücksicht auf sein Geschlecht, seine Hautfarbe, seine
Ideen oder seinen Geschmack. Eine solche Bedingung nennt man Würde.
(Zuruf
von Udo Pastörs, NPD)
Eine
solche Bedingung nennt man Würde. Was Sie von der Würde der Menschen halten,
haben Sie gestern bewiesen, als Sie Millionen Menschen, die in der Zeit zwischen
1933 und 1945 geschunden und ermordet worden sind, den Respekt verweigert haben.
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE – Unruhe bei Abgeordneten der Fraktion
der NPD –
Michael
Andrejewski, NPD: Wir haben Ihnen den Respekt verweigert. – Zuruf von Raimund
Borrmann, NPD)
Sehr
geehrte Damen und Herren, die historische Entwicklung unseres Landes und der
Menschen, die hier lebten und leben, sind beeinflusst vom interkulturellen
Dialog, von der Philosophie Griechenlands, vom staatspolitischen Genie Roms, vom
christlichen Glauben, vom Geist der Aufklärung, von den formulierten Menschen-
und Bürgerrechten, von dem Versuch einer nichtkapitalistischen Gesellschaft
(Zuruf
von Michael Andrejewski, NPD)
und
von mehr als einer industriellen Revolution.
(Zurufe
von Raimund Borrmann, NPD, und Udo Pastörs, NPD)
Daran
anknüpfend ist die folgende Textstelle aus dem Schlussbericht der
Enquetekommission des Bundestages „Kultur in Deutschland“ zu unterstreichen.
Ich zitiere: „Die Zuwanderung von Menschen aus verschiedenen angrenzenden und
weit entfernten Regionen und die Zusammenarbeit mit ihnen waren und sind zentral
für die Entwicklung Deutschlands.“
(Zuruf
von Michael Andrejewski, NPD)
„Menschen
mit Migrationshintergrund auf ihren Bezug zu einer bestimmten Ethnie zu
reduzieren, ist falsch. Sie sind Teil der Kultur in Deutschland. Schließlich
ist Kultur etwas, das durch unterschiedliche soziale Prozesse entsteht und sich
verändert.“ Zitatende.
(Zuruf
von Raimund Borrmann, NPD)
Mit
unserem Antrag wollen wir den interkulturellen Dialog befördern. Es scheint nötig,
weil insbesondere im ersten Halbjahr 2007, als Deutschland die Ratspräsidentschaft
innehatte, sehr viel über Europa in den Medien stand und heute ist eher
„still ruht der See“ zu vernehmen.
(Udo
Pastörs, NPD: Die Menschen wollen kein Europa. Die gehen nicht mal zur Wahl,
wenn Europawahlen sind.)
Ich
bin froh, Herr Minister Tesch, dass Sie sich hier geäußert haben, wie Sie sich
geäußert haben. Ich bin enttäuscht, Herr Kuhn, dass Sie sagen, letztlich
werden Sie den Antrag ablehnen. Ich bin enttäuscht,
(Udo
Pastörs, NPD: Wir auch.)
und
zwar aus folgendem Grund: Natürlich können wir in den Ausschüssen darüber
reden, aber das ist hinter verschlossenen Türen.
(Raimund
Borrmann, NPD: Ja, das ist die Demokratie.)
Worum
es uns mit diesem Antrag geht, ist, dass die Bürgerinnen und Bürger erfahren,
(Zuruf
von Raimund Borrmann, NPD)
was
in unserem land auf diesem gebiet geschieht. – Ich danke für Ihre
Aufmerksamkeit.
(Beifall
bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE)
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