DIE LINKE. 

in Neubrandenburg

 

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April 2008

Oberbürgermeisterwahlen am 18. Mai 2008!


Gehen Sie zur Wahl?

 

An einem der wenigen Tage mit Sonnenschein saßen wir an der Ostsee. Der junge Mann neben uns spielte mit seinem etwa zweijährigen Sohn, der immerzu „Eis" plapperte. Im Gespräch mit ihm erfuhren wir, dass er hier wohnt, dass die Mutti heute Dienst hat, und er seinen Sohn heute allein betreut. „Meine Frau hat seit dem Ersten wieder Arbeit in einem Hotel. Bis dahin hat sie ALG II gehabt, aber jetzt wissen wir nicht, ob wir zurecht kommen. Ihr Lohn ist sehr niedrig und ich könnte von meinem Lohn in einem Reinigungsbetrieb die Familie auch nicht ernähren. Für den Kleinen mussten wir monatlich halbtags 80 Euro in der Kita zahlen, aber jetzt kommen für den ganzen Tag 200 Euro und die Miete für unsere Wohnung dazu. Und Mieten hier im Badeort sind schweineteuer. Wenn ich ihm jetzt das Eis kaufe, ist das eine besondere Ausnahme."

Ich deute auf ein Plakat am Zaun gegenüber und will wissen, ob das ein Kandidat für die Landratswahl sei. „Weiß nicht", sagt er. Ob der etwas ändern könne, will ich wissen. „Glaub ich nicht, was die wollen, geht mir auch am Arsch vorbei. Wir haben andere Sorgen.".

Ob er zur Wahl gehen würde, frag ich lieber nicht.

Am gleichen Tag waren in mehreren Landkreisen in MV Wahlen für Landräte und in mehreren Städten Wahlen für Bürgermeister und Oberbürgermeister. In den Kreisen beteiligten sich nur knapp 30% der Wahlberechtigten, in den Städten waren es etwas mehr. Sind Wahlen, an denen weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten teilnehmen, eigentlich noch als demokratisches Resultat anzuerkennen?

Wer auf seine Wählerstimme verzichtet, wird auch nichts ändern. Wer wählt, hat die Chance, einen Kandidaten zu küren , der das wenige Geld sinnvoll und behutsam ausgibt. Von Prestigeobjekten zum Ruhme des jeweiligen Fürsten haben wir nichts. Sinnvoll für die Entwicklung von Arbeit, von der man leben kann, sinnvoll für die Verbesserung der Lebensqualität und für die Sicherung der öffentlichen Daseinsvorsorge.

Welcher Kandidat kann das außer mit allgemeinen Plattheiten überzeugend erklären? Auf diese Frage sollten die Wähler die Kandidaten prüfen.

Die Partei Die Linke. ruft alle auf zur Wahl zu gehen , obwohl wir wissen, dass bei geringer Wahlbeteiligung die Chancen der Linken auf hohe Prozente nur steigen, weil wir uns auf ein großes, politisch bewusstes Wählerpotential stützen können.

Den Makel, nur von 25% der Wahlberechtigten gewählt zu werden, überlassen wir gern amerikanischen Präsidenten.

 

M. Bewersdorf

 

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