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Internationaler
Frauentag
Eigentlich
haben es Frauen bei uns ganz gut . Sie können nicht nur ihre persönlichen
Feiertage wie Geburtstag, Hochzeitstag und die Volksfeste wie Weihnachten,
Ostern usw. begehen, sie feiern auch den Valentinstag, Muttertag und den
Frauentag.
Der
Valentinstag ist eine der wenigen Errungenschaften aus dem Westen, die man
freundlich akzeptieren kann. Schließlich ist ein Fest für Liebende immer eine
sehr sympathische Angelegenheit. Auf jeden Fall spielen alle drei Ehrentage, bei
denen Frauen im Mittelpunkt stehen, auch für den Kommerz eine große Rolle.
Den
Muttertag kann man nicht ganz ohne Einschränkung betrachten. Niemand sieht die
Würdigung der Mütter kritisch, aber dieser Ehrentag ist von den Nazis in
fieser Weise missbraucht worden. An diesem Tag wurde in Nazideutschland das
Goldene Mutterkreuz verliehen an Mütter, die dem Führer viele Kinder geschenkt
haben - vor allem Jungen für den Endsieg. Diese Degradierung der Frau zur Gebärmaschine
für den Krieg hatten möglicher Weise die Moderatorin Eva Herrnan und der
Augsburger Erzbischof im Sinn, als sie ihre Tiraden gegen die Kitabetreuung der
Kleinkinder starteten, die im besten Sinn auch in der BRD nur ein billiger
Abklatsch der vorbildlichen Betreuung in der DDR sein kann.
Der
Internationale Frauentag ist in den ostdeutschen Bundesländern in der Tradition
der Menschen tief verwurzelt. Wer in diesem Jahr am 8.März ein Cafe aufsuchen
wollte, erlebte eine Überraschung.“Bitte, warten Sie, Sie werden
platziert!“ Natürlich schwärmt die Generation Ü30 von dieser schönen
Sitte, an diesen Tag auch öffentlich die Frauen zu würdigen.
Wir
vergessen durchaus nicht, dass trotz aller Anstrengungen, Frauen damals immer
noch um ihre Gleichberechtigung im Sozialismus kämpfen mussten. Die
Gleichberechtigung am Arbeitsplatz zog nicht automatisch die Gleichheit in der
Familie nach sich. Auch wenn die Frauen in der Öffentlichkeit formell die
gleichen Rechte hatten, war es in der Wirtschaftsführung und Politik noch lange
nicht so: Man könnte mal den Anteil der Frauen unter den Kombinatsdirektoren,
DDR-Ministern und Politbüromitgliedern auszählen. Eine Margarete Müller und
eine Margot Honecker gelten eher als Alibi.
Der
Kampf um die Gleichstellung der Frau in Familie, Wirtschaft und Politik in der
BRD ist noch lange nicht beendet. Da wundert es gar nicht, warum der Kommerz im
Westteil des Landes diese Chance zum Geldverdienen nicht nutzt. Wundern sollte
man sich allerdings, warum die Bundes-Emanze Alice Schwarzer den Internationalen
Frauentag als „Erfindung der DDR“ diffamiert.
M.
Bewersdorf
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