DIE LINKE. 

in Neubrandenburg

 

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Februar 2008

Der Gedenktag und die Heuchler

 

Am Gedenktag für die Opfer des Naziregimes lud die Neubrandenburger Linke zu einer würdigen Feierstunde in das überfüllte Latücht. lrina Parlow, Vorsitzende der Fraktion und OB-Kandidatin, würdigte die Opfer und schlug vor, die in anderen Städten MV schon bekannten Stolpersteine vor den letzten Wohnstätten der damals in die Vernichtungslager deportierten Bürger der Stadt aufzustellen. Die Sängerin Tamara Hörbe-Lange und die Gruppe CHIARA gestalteten ein eindrucksvolles Programm mit jiddischen Liedern. Natürlich waren keine offiziellen Vertreter der Stadt und des Landes erschienen. Auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen blieb weg.

Die offizielle Erinnerung an die Millionen Opfer des Faschismus scheint lästige Pflicht. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog hattel996 -schon 41 Jahre nach Ende des faschistischen Massenmords’ - den 27.Januar zum nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erklärt - in Erinnerung an die Befreiung der Überlebenden des KZ Auschwitz durch die Sowjetarmee im Jahre 1945.

In diesem Jahr würdigte der Bundestag bereits zwei Tage vorher den Gedenktag. Nicht einmal das öffentlich-rechtliche Fernsehen ARD und ZDF (mit Gebühren finanziert) nahm davon Kenntnis. Dafür konnte man am Vorabend in der ARD im Hauptprogramm die antikommunistische Schmonzette „Soweit die Füße tragen“ sehen. .

Der deutsche Kriegsgefangene Forell flieht aus einem Lager in Sibirien .Bevor er seine Flucht antreten konnte, waren von den vier Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen nur 800 000 übriggeblieben.

Bevor die ersten Transporte mit Juden in Auschwitz eintrafen, hatte die SS an 600 Sowjetsoldaten das Giftgas Zyklon B getestet, und weitere 10.000 Soldaten ließ man einfach in Auschwitz verhungern. Danach wurden bei der Ankunft in Auschwitz 800.000 nichtarbeitsfähige Juden „selektiert „für die Gasöfen.

Millionen andere gingen als Leiharbeiter zur Sklavenarbeit in die deutsche Rüstungsindustrie.

Bei den Gedenkreden fiel bisher kein Wort des Bedauerns, dass die Polizei des demokratischen Rechtsstaaates seit Jahren die Aufmärsche der Neonazis schützt und die protestierenden Antifaschisten auch ohne vorherige „Gewalttaten der linken Extremisten“ auseinander geknüppelt werden. Viele Neubrandenburger haben das miterlebt.

Übrigens in der Bayrischen Hauptstadt fand an diesem Tag unter Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der große Faschingszug mit „Helau“ statt, denn dieser Gedenktag genießt keinen gesetzlichen Schutz wie etwa der Volkstrauertag, der bei den Nazis Heldengedenktag hieß. Dafür nutzt die braune Sippe diesen Tag ,um an der Gedenkstätte in Fünfeichen zu Treuelied der Waffen-SS in aller Öffentlichkeit zu singen. Kein Staatsanwalt, kein Oberbürgermeister schritt ein. Der Verfassungsschutz unterhielt sich zum Abschluss mit den braunen Kameraden.

Zur Ehrenrettung der Öffentlich-Rechtlichen sei erinnert, dass der MDR -offensichtlich aus Respekt vor seinen ostdeutschen Zuschauern - „Nackt unter Wölfen“ sendete - allerdings erst ab 0.00Uhr.

 

Dr. Manfred Bewersdorf

 

 

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