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Der
Gedenktag und die Heuchler
Am
Gedenktag für die Opfer des Naziregimes lud die Neubrandenburger Linke zu einer
würdigen Feierstunde in das überfüllte Latücht. lrina Parlow, Vorsitzende
der Fraktion und OB-Kandidatin, würdigte die Opfer und schlug vor, die in
anderen Städten MV schon bekannten Stolpersteine vor den letzten Wohnstätten
der damals in die Vernichtungslager deportierten Bürger der Stadt aufzustellen.
Die Sängerin Tamara Hörbe-Lange und die Gruppe CHIARA gestalteten ein
eindrucksvolles Programm mit jiddischen Liedern. Natürlich waren keine
offiziellen Vertreter der Stadt und des Landes erschienen. Auch das
öffentlich-rechtliche Fernsehen blieb weg.
Die
offizielle Erinnerung an die Millionen Opfer des Faschismus scheint lästige
Pflicht. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog hattel996 -schon 41 Jahre
nach Ende des faschistischen Massenmords’ - den 27.Januar zum nationalen
Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erklärt - in Erinnerung an die
Befreiung der Überlebenden des KZ Auschwitz durch die Sowjetarmee im Jahre
1945.
In
diesem Jahr würdigte der Bundestag bereits zwei Tage vorher den Gedenktag.
Nicht einmal das öffentlich-rechtliche Fernsehen ARD und ZDF (mit Gebühren
finanziert) nahm davon Kenntnis. Dafür konnte man am Vorabend in der ARD im
Hauptprogramm die antikommunistische Schmonzette „Soweit die Füße tragen“
sehen. .
Der
deutsche Kriegsgefangene Forell flieht aus einem Lager in Sibirien .Bevor er
seine Flucht antreten konnte, waren von den vier Millionen sowjetischen
Kriegsgefangenen nur 800 000 übriggeblieben.
Bevor
die ersten Transporte mit Juden in Auschwitz eintrafen, hatte die SS an 600
Sowjetsoldaten das Giftgas Zyklon B getestet, und weitere 10.000 Soldaten ließ
man einfach in Auschwitz verhungern. Danach wurden bei der Ankunft in Auschwitz
800.000 nichtarbeitsfähige Juden „selektiert „für die Gasöfen.
Millionen
andere gingen als Leiharbeiter zur Sklavenarbeit in die deutsche
Rüstungsindustrie.
Bei
den Gedenkreden fiel bisher kein Wort des Bedauerns, dass die Polizei des
demokratischen Rechtsstaaates seit Jahren die Aufmärsche der Neonazis schützt
und die protestierenden Antifaschisten auch ohne vorherige „Gewalttaten der
linken Extremisten“ auseinander geknüppelt werden. Viele Neubrandenburger
haben das miterlebt.
Übrigens
in der Bayrischen Hauptstadt fand an diesem Tag unter Schirmherrschaft des
Oberbürgermeisters der große Faschingszug mit „Helau“ statt, denn dieser
Gedenktag genießt keinen gesetzlichen Schutz wie etwa der Volkstrauertag, der
bei den Nazis Heldengedenktag hieß. Dafür nutzt die braune Sippe diesen Tag
,um an der Gedenkstätte in Fünfeichen zu Treuelied der Waffen-SS in aller
Öffentlichkeit zu singen. Kein Staatsanwalt, kein Oberbürgermeister schritt
ein. Der Verfassungsschutz unterhielt sich zum Abschluss mit den braunen
Kameraden.
Zur
Ehrenrettung der Öffentlich-Rechtlichen sei erinnert, dass der MDR
-offensichtlich aus Respekt vor seinen ostdeutschen Zuschauern - „Nackt unter
Wölfen“ sendete - allerdings erst ab 0.00Uhr.
Dr.
Manfred Bewersdorf
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