DIE LINKE. 

in Neubrandenburg

 

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Februar 2008

Alt Rehse

 

„Hohe Wellen am Tollensesee“, so war ein ausführlicher Artikel am 06. Nov. 2007 im Nordkurier überschrieben, in dem über die Querelen um das Gutshaus Alt Rehse berichtet wurde. Sie fanden ihr Ende mit dem Beschluss der Gemeindevertretung von Alt Rehse am 8. Nov. 2007, indem der Verein Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte den Zuschlag für den Kauf des Hauses und ihr Konzept erhielt.

Seit dem herrscht wieder Ruhe in Alt Rehse und den Medien. Doch gerade jetzt geht es erst richtig los. Damit die ehrgeizigen Ziele des Vereins erreicht werden können, benötigt er Öffentlichkeit, vielfältige Unterstützung und auch neue Mitglieder.

Das Haus muss umfassend saniert werden. Es soll die ständige Ausstellung über die „Führerschule der deutschen Ärzteschaft“, zeitweilige Ausstellungen, ein Archiv, eine Bibliothek und Räume für die Forschungsarbeit, vielfältige Veranstaltungen und die Unterbringung von Seminarristen und Stipendiaten beherbergen. Man will sich aber nicht nur der Aufarbeitung und weiteren Erforschung der Geschichte von Alt Rehse widmen, sondern auch Veranstaltungen zu aktuellen ethischen Fragen im Zusammenhang mit Biogenetik, Stammzellenforschung oder Sterbehilfe durchführen. Kooperationspartner soll natürlich der Bundesverband jüdischer Ärzte und Psychologen sein.

Mit der Hochschule Neubrandenburg gibt es schon seit gut einem Jahr eine enge Zusammenarbeit, die weiter ausgebaut werden soll. Spannend wird die Frage, wie es dem Verein gelingen wird, die Einwohner von Alt Rehse einzubeziehen, damit sie sich mit dem Geschehen im Gutshaus identifizieren können. Dann ist da noch die Einladung des Tollense Lebensparks für eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit den jüdischen Ärzten, die mit vielen Beschuldigungen und Unterstellungen gespickt ist. Integrationsfigur zwischen den verschiedenen Gruppen mit ihren Interessenslagen müsste der Bürgermeister sein. In dieser Situation ist es ratsam, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden und der sollte heißen – Stopp den Neonazis. Ihrer durchaus wirksamen Strategie des Kampfes um die Straße, um die Köpfe und um die Parlamente sind die Erfahrungen von Alt Rehse, als ein Ort der sich der schlimmen Vergangenheit und den ethischen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft stellt, entgegenzusetzen. Zu wünschen ist ein Alt Rehse mit vielfältigen Begegnungen zwischen Einwohnern, Gästen, Jugendlichen, Wissenschaftlern, Demokraten, Theologen, Philosophen, Ethikern und Ärzten.

Ein buntes Treiben, das Alt Rehse in der Welt als einen Ort der Lebensfreude und des Humanismus bekannt macht, wo es Spaß macht, zu verweilen und zu wohnen.

 

Jürgen Kalkbrenner

 

 

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