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Alt
Rehse
„Hohe
Wellen am Tollensesee“, so war ein ausführlicher Artikel am 06. Nov. 2007 im
Nordkurier überschrieben, in dem über die Querelen um das Gutshaus Alt Rehse
berichtet wurde. Sie fanden ihr Ende mit dem Beschluss der Gemeindevertretung
von Alt Rehse am 8. Nov. 2007, indem der Verein Erinnerungs-, Bildungs- und
Begegnungsstätte den Zuschlag für den Kauf des Hauses und ihr Konzept erhielt.
Seit
dem herrscht wieder Ruhe in Alt Rehse und den Medien. Doch gerade jetzt geht es
erst richtig los. Damit die ehrgeizigen Ziele des Vereins erreicht werden
können, benötigt er Öffentlichkeit, vielfältige Unterstützung und auch neue
Mitglieder.
Das
Haus muss umfassend saniert werden. Es soll die ständige Ausstellung über die
„Führerschule der deutschen Ärzteschaft“, zeitweilige Ausstellungen, ein
Archiv, eine Bibliothek und Räume für die Forschungsarbeit, vielfältige
Veranstaltungen und die Unterbringung von Seminarristen und Stipendiaten
beherbergen. Man will sich aber nicht nur der Aufarbeitung und weiteren
Erforschung der Geschichte von Alt Rehse widmen, sondern auch Veranstaltungen zu
aktuellen ethischen Fragen im Zusammenhang mit Biogenetik, Stammzellenforschung
oder Sterbehilfe durchführen. Kooperationspartner soll natürlich der
Bundesverband jüdischer Ärzte und Psychologen sein.
Mit
der Hochschule Neubrandenburg gibt es schon seit gut einem Jahr eine enge
Zusammenarbeit, die weiter ausgebaut werden soll. Spannend wird die Frage, wie
es dem Verein gelingen wird, die Einwohner von Alt Rehse einzubeziehen, damit
sie sich mit dem Geschehen im Gutshaus identifizieren können. Dann ist da noch
die Einladung des Tollense Lebensparks für eine kontinuierliche Zusammenarbeit
mit den jüdischen Ärzten, die mit vielen Beschuldigungen und Unterstellungen
gespickt ist. Integrationsfigur zwischen den verschiedenen Gruppen mit ihren
Interessenslagen müsste der Bürgermeister sein. In dieser Situation ist es
ratsam, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden und der sollte heißen –
Stopp den Neonazis. Ihrer durchaus wirksamen Strategie des Kampfes um die
Straße, um die Köpfe und um die Parlamente sind die Erfahrungen von Alt Rehse,
als ein Ort der sich der schlimmen Vergangenheit und den ethischen
Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft stellt, entgegenzusetzen. Zu
wünschen ist ein Alt Rehse mit vielfältigen Begegnungen zwischen Einwohnern,
Gästen, Jugendlichen, Wissenschaftlern, Demokraten, Theologen, Philosophen,
Ethikern und Ärzten.
Ein
buntes Treiben, das Alt Rehse in der Welt als einen Ort der Lebensfreude und des
Humanismus bekannt macht, wo es Spaß macht, zu verweilen und zu wohnen.
Jürgen
Kalkbrenner
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