DIE LINKE. 

in Neubrandenburg

 

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Dezember 2007

Willkür

 

In den letzten Tagen erfuhren die Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger von den fehlenden Geldern für den „Latücht“ e.V. und das Soziokulturelle Bildungszentrum.

Seit Monaten versuchen Stadtvertreter aller Fraktionen, dem Oberbürgermeister klar zu machen, welchen Schaden er mit seiner willkürlichen und kurzsichtigen Finanzpolitik in der Stadt anrichtet.

Schon die Nichtbeachtung der Empfehlung des Kulturausschusses zur Mittelerhöhung für die Förderung des Literaturzentrum e.V., dann die eigenmächtige Aushebelung des Haushaltsbeschlusses und Zuteilung von Zuschüssen an Literaturzentrum e.V. und „Latücht“ e.V. nach der Kienbaum-Empfehlung waren katastrophal.

Als letztens die Vorschläge der SPD für eine Informationspflicht und Regularien für die Bewilligung von Zuschüssen in Zeiten der vorläufigen Haushaltsführung eine Mehrheit bei den Stadtvertretern fand, legte Herr Dr. Krüger Widerspruch ein. Das heißt, er will weder über sein Gebaren informieren noch die gewählten Vertreter der Stadt in Entscheidungen einbeziehen.

ie Auswirkungen sind beachtlich: So wird das Literaturhaus mit den Brigitte-Reimann- und Hans-Fallada-Archiven sowie weiteren Nachlässen nur noch stundenweise geöffnet. Alle Mitarbeiter mussten zur Jahresmitte entlassen werden. Eine wissenschaftliche Arbeit, ja auch nur die Möglichkeit für andere Wissenschaftler hier zu studieren, ist gegenwärtig nicht möglich. Der Fraueneinfälle e.V., der für die Begegnungsstätte auf dem Datzeberg bestraft wurde, musste sein Domizil verlassen, seine Angebote drastisch reduzieren, Mitarbeiter entlassen. „Diese beiden Vereine sind durch weitere Haushaltssperren nicht mehr in der Existenz bedroht“ - war eine Aussage der Verwaltung im Kulturausschuss. Stimmt, sie sind faktisch schon tot! - kann man da nur antworten.

Nun also Latücht und SKBZ: für die Ausrichtung der DOKART fehlen immer noch die städtischen Mittel. Der Verein hat Schulden gemacht, Stundungen vereinbart, Mitarbeiter entlassen. Das Soziokulturelle Bildungszentrum kann mit der vorgesehenen Kürzung die Arche N am Reitbahnsee nicht mehr bewirtschaften.

Was haben diese Vereine eigentlich dem Oberbürgermeister getan?

Es ist schon auffällig, wie subjektiv Herr Dr. Krüger hier agiert. Dabei geht es nicht um Unsummen, die den städtischen Haushalt stabilisieren könnten. Etliches läuft als Miete oder Pacht direkt zurück. Doch Kultur ist nicht immer in Geld aufzurechnen. Es geht um Mitgestaltungsmöglichkeiten und Angebote, um sozialpolitische Maßnahmen in problematischen Wohngebieten und für Menschen mit Hilfebedarf, es geht um facettenreiches Kulturleben in der Stadt und Ausstrahlung über Stadtgrenzen hinaus, auch Image genannt.

Die Fraktion DIE LINKE hat für die Stadtvertretersitzung am 20.12. einen Antrag vorbereitet, der den Oberbürgermeister auffordert, die durch den Haushaltsplan beschlossenen Mittel für die Projekte des „Latücht“ e.V. und den Soziokulturelles Bildungszentrum e.V. in voller Höhe auszureichen und diese beiden Vereine nicht in eine Haushaltssperre 2007 einzubeziehen. Damit folgt der Antrag auch einer neuen Empfehlung des Kulturausschusses an die Verwaltung.

Wir sind uns sicher, dieses Ansinnen trifft die Zustimmung der Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger. Wie sich der Oberbürgermeister Herr Dr. Krüger dazu verhält, bleibt abzuwarten.

 

Irina Parlow

 

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