DIE LINKE. 

in Neubrandenburg

 

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Dezember 2007

Öffentliche Daseinsvorsorge

 

Die Bürger unserer Stadt erwarten eine Grundversorgung, die die Stadt garantiert, d.h. sie muss verlässlich, allen zugänglich und preiswert sein Dazu gehören ganz an der Spitze Wasser, Abwasser- und Abfallentsorgung, Strom, Gas, Wohnen, Öffentlicher Personennahverkehr, kulturelle, sportliche und soziale Angebote.

Nur öffentliche Unternehmen, öffentliches Eigentum bieten die Chance einer demokratischen Kontrolle und Mitbestimmung durch die Bürger. Die öffentliche Daseinsvorsorge ist auch in Neubrandenburg ein Wirtschaftsfaktor mit vielen Arbeitskräften und Millionen Euro Umsatz im Jahr.

Aber Neubrandenburg ist hoch verschuldet. Der Druck zum Verkauf öffentlichen Eigentums zur Konsolidierung der städtischen Finanzen wird zunehmen. Im Jahr 2007 hat die Landesregierung bis zum heutigen Tag dem Jahreshaushalt nicht zugestimmt.

Die vorläufige Haushaltsführung erlaubt dem Oberbürgermeister damit willkürliche Entscheidungen ohne das Parlament. Es ist abzusehen, dass auch künftig kommunale Haushalte unter diesem Druck stehen. Deswegen ist es erforderlich, dass im Wahlprogramm der LINKEN klare Aussagen über unsere Absicht stehen.

Die Oberbürgermeisterkandidatin der LINKEN lehnt konsequent weitere Privatisierungen öffentlichen Eigentums ab. In den bestehenden Betrieben öffentlichen Eigentums muss die demokratische Kontrolle und Mitbestimmung durch Bürger und Beschäftigte erhöht werden, z.B. durch Mieterforen, Fahrgastforen usw.

Die bestehenden Gesellschafterverträge sind auf demokratische Mindeststandards zu überprüfen. Im größten kommunalen Betrieb der Stadt- neu-sw besteht die Gesellschafterversammlung, die die letzte Entscheidung trifft, aus einer Person, nämlich dem Oberbürgermeister. Damit wird der Begriff Demokratie nur verulkt.

Bürgerinnen und Bürger sind von Anfang an in kommunale Entscheidungen einzubeziehen. Es muss öffentlich diskutiert werden, was öffentliche Ausgaben sind, wie öffentliche Ausgaben erbracht werden sollen. Eine Möglichkeit, die Öffentlichkeit stärker in diesen Prozess einzubeziehen, könnten Bürgerhaushalte bieten, d.h. auf der Grundlage bestimmter Vorgaben werden interessierte Bürger für ausgewählte Bereiche ihren Haushaltsvorschlag erarbeiten und öffentlich diskutieren.

Die allgemeine Entwicklung in unserer neoliberalen Gesellschaft geht von der Gemein-wohlorientierung weg zur Nutzerorientierung. Davon sind alle Bereiche des öffentlichen Lebens betroffen: Bildung, Gesundheit, Mobilität u.a. Wer genügend Geld hat, profitiert davon. Die anderen sind die Verlierer. In Neubrandenburg gehören ca. 2500 Kinder bis zum l5. Lebensjahr zu den ALG II- Betroffenen.

Auch unter diesen Bedingungen können entschlossene Verwaltungen und Parlamente entgegenwirken. Das zeigt ein Beispiel aus unserem Bundesland.

Die Rot-Rote Regierung in MV hatte durch Änderung des Sparkassengesetzes einer Privatisierung von Sparkassen einen Riegel vorgeschoben. Dadurch konnte der vom Stralsunder Oberbürgermeister (CDU) versuchte Verkauf der Stralsunder Sparkasse verhindert werden.

 

Dr. Manfred Bewersdorf

 

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