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Gedenken
an die Pogromnacht 1938 in Neubrandenburg
Am
Freitag, dem 09.11.2007, gedachten in Neubrandenburg viele offizielle Vertreter
der Stadt am Platz der ehemaligen Synagoge der Opfer der Kristallnacht. Der OB
trat als Redner auf, bekannte sich öffentlich gegen Gräueltaten der
Faschisten. Das war gut. Schlecht aber war, dass nach seinen Darlegungen die
Vernichtung der Juden erst mit der Pogromnacht begann. Weit gefehlt. Die
materielle Enteignung, die Auslöschung der kulturellen Errungenschaften (Film,
Literatur, Kunst und Wissenschaft) und die körperliche Vernichtung begann
bereits 1933. Durch die Antijüdischen Gesetze waren die jüdischen Bürger
keine deutschen Staatsbürger mehr, macht- und wehrlos der Willkür des
Faschismus und seines Staatsapparates ausgeliefert. Die Pogromnacht war ein
weiterer Höhepunkt in der gewollten, planmäßigen Vernichtung des
„Judentums“ im Dritten Reich.
Eigentlich
müsste er es wirklich wissen. Im Geschichtsunterricht der DDR-Schulen spielte
die Aufarbeitung der Geschichte des Faschismus eine große Rolle. Aber für
manche Zeitgenossen beginnt die Geschichte ja erst nach 1990.
Dr.
Andreas Henselmann
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