DIE LINKE. 

in Neubrandenburg

 

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November 2007

Forum in der Bibliothek

 

Offensichtlich wusste sich Frau Melka, Leiterin der Neubrandenburger Regionalbibliothek, keinen anderen Rat mehr. Die Mitarbeiterinnen der Bibliothek werden immer wieder von den Lesern gefragt, was denn jetzt mit dem Umbau des HKB geschieht, wo „ihre“ Bibliothek dann bleibt. Deshalb ist ein Forum, in dem die Verantwortlichen – der Oberbürgermeister, der Architekt und der Bauleiter – Rede und Antwort stehen, eine gute Idee. Und die Informationen kamen. Danach aber auch viele Fragen, deren Beantwortung zum Teil nicht zufriedenstellend war. Eine gute Bibliothek wird es weiter in Neubrandenburg geben. Das wird aber zuallererst dem Verdienst der Mitarbeiterinnen geschuldet sein und einer hartnäckigen Leiterin, die die Probleme beim Namen nennt. Denn die Planung sagt eindeutig: die Anforderungen der Bibliotheksfachleute hinsichtlich der Ausstattung und der Aufteilung in moderne Archiv-, Lese-, Erlebnis- und Kommunikationsräume wird bei weitem nicht erfüllt. Statt 30qm/1000 Medieneinheiten wird es lediglich ca. 15qm/1000 Medieneinheiten geben. Die neue Bibliothek wird Leistungs- und Angebotseinschnitte hinnehmen müssen. Das liegt auch an der z.T. uneffektiven Raumaufteilung und der drastischen Personaleinsparung. Das gleiche trifft auf die Volkshochschule zu, deren jetziger Platzbedarf im neuen HKB nicht umgesetzt werden kann.

Die Frage nach den Finanzen kam immer wieder. Wenn in bisherigen Unterlagen von einer Bausumme von ca. 27 Mio. € geschrieben wurde, so nannte der Bauleiter jetzt die Zahl 30 Mio! Ein Fördermittelbescheid des Landes lässt immer noch auf sich warten, weshalb der Baubeginn nun bereits auf den 01.01.2009 verlegt wurde. Der Oberbürgermeister sagte in dem Forum, der Umbau und die weitere Nutzung des HKB wären „ausfinanziert“. In der Stadtvertretersitzung am 28.06.07 war davon noch nichts zu sehen und die Nachfragen am 01.11. lassen an der Glaubwürdigkeit dieser Aussage zweifeln. Denn die Stadt wird künftig die Miete und damit auch die Kreditbelastung für das HKB größtenteils allein tragen müssen – auf 20 Jahre gerechnet sind das hohe 6-stellige Beträge jährlich. Und hier liegt das eigentliche Problem. Wer erinnert sich daran, dass für den Bau des Sportgymnasiums die Straßenbeleuchtung verkauft werden musste? Wenn also jährlich millionen € für Mieten und Kredite aufgebracht werden müssen, wo bleibt da noch was übrig für die Förderung kleinerer sozialer, kultureller, jugendpolitischer oder sportlicher Projekte? Keine Frage, das HKB soll als Haus der Kultur und Bildung einen attraktiven Mittelpunkt in unserer Stadt darstellen mit einer modernen Bibliothek als Kernstück. Aber das vorliegende Konzept dazu ist (noch) nicht schlüssig. Und die Forderung etlicher Forumsbesucher nach mehr Information zum Werden nur allzu berechtigt.

 

Irina Parlow

 

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