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Forum
in der Bibliothek
Offensichtlich
wusste sich Frau Melka, Leiterin der Neubrandenburger Regionalbibliothek, keinen
anderen Rat mehr. Die Mitarbeiterinnen der Bibliothek werden immer wieder von
den Lesern gefragt, was denn jetzt mit dem Umbau des HKB geschieht, wo
„ihre“ Bibliothek dann bleibt. Deshalb ist ein Forum, in dem die
Verantwortlichen – der Oberbürgermeister, der Architekt und der Bauleiter –
Rede und Antwort stehen, eine gute Idee. Und die Informationen kamen. Danach
aber auch viele Fragen, deren Beantwortung zum Teil nicht zufriedenstellend war.
Eine gute Bibliothek wird es weiter in Neubrandenburg geben. Das wird aber
zuallererst dem Verdienst der Mitarbeiterinnen geschuldet sein und einer hartnäckigen
Leiterin, die die Probleme beim Namen nennt. Denn die Planung sagt eindeutig:
die Anforderungen der Bibliotheksfachleute hinsichtlich der Ausstattung und der
Aufteilung in moderne Archiv-, Lese-, Erlebnis- und Kommunikationsräume wird
bei weitem nicht erfüllt. Statt 30qm/1000 Medieneinheiten wird es lediglich ca.
15qm/1000 Medieneinheiten geben. Die neue Bibliothek wird Leistungs- und
Angebotseinschnitte hinnehmen müssen. Das liegt auch an der z.T. uneffektiven
Raumaufteilung und der drastischen Personaleinsparung. Das gleiche trifft auf
die Volkshochschule zu, deren jetziger Platzbedarf im neuen HKB nicht umgesetzt
werden kann.
Die
Frage nach den Finanzen kam immer wieder. Wenn in bisherigen Unterlagen von
einer Bausumme von ca. 27 Mio. € geschrieben wurde, so nannte der Bauleiter
jetzt die Zahl 30 Mio! Ein Fördermittelbescheid des Landes lässt immer noch
auf sich warten, weshalb der Baubeginn nun bereits auf den 01.01.2009 verlegt
wurde. Der Oberbürgermeister sagte in dem Forum, der Umbau und die weitere
Nutzung des HKB wären „ausfinanziert“. In der Stadtvertretersitzung am
28.06.07 war davon noch nichts zu sehen und die Nachfragen am 01.11. lassen an
der Glaubwürdigkeit dieser Aussage zweifeln. Denn die Stadt wird künftig die
Miete und damit auch die Kreditbelastung für das HKB größtenteils allein
tragen müssen – auf 20 Jahre gerechnet sind das hohe 6-stellige Beträge jährlich.
Und hier liegt das eigentliche Problem. Wer erinnert sich daran, dass für den
Bau des Sportgymnasiums die Straßenbeleuchtung verkauft werden musste? Wenn
also jährlich millionen € für Mieten und Kredite aufgebracht werden müssen,
wo bleibt da noch was übrig für die Förderung kleinerer sozialer,
kultureller, jugendpolitischer oder sportlicher Projekte? Keine Frage, das HKB
soll als Haus der Kultur und Bildung einen attraktiven Mittelpunkt in unserer
Stadt darstellen mit einer modernen Bibliothek als Kernstück. Aber das
vorliegende Konzept dazu ist (noch) nicht schlüssig. Und die Forderung etlicher
Forumsbesucher nach mehr Information zum Werden nur allzu berechtigt.
Irina
Parlow
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