DIE LINKE. 

in Neubrandenburg

 

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November 2007

Freundlich! Effektiv! Seriös!

 

(B-Plan-Änderung Eschengrund/Trockener Weg)

Seit 1995 gibt es einen B-Plan für dieses Gebiet. Die Überversorgung Neubrandenburgs mit Einzelhandelsflächen ist seit Jahren bekannt. Statt nun zügig alle B-Pläne zu durchforsten, wo aufgrund der Entwicklung neue Festlegungen zu treffen wären, scheint es so, dass die Stadtverwaltung jeweils darauf wartet, ob sich vielleicht an der einen oder anderen Stelle jemand meldet, den man dann in die Schranken weisen muss.

Das ist eine zutiefst unfreundliche und wie wir wissen auch uneffektive Verfahrensweise. Unfreundlich ist es gegenüber den Beteiligten – den Planern, Investoren, Grundstücksbesitzern und anderen Betroffenen. Unfreundlich auch gegenüber Stadtvertretern, die ohne Not unter erheblichen Entscheidungsdruck gestellt werden, da sie schnell, sehr schnell, ihre eigenen Beschlüsse in Frage stellen müssen.

Uneffektiv, weil solche Verfahren langfristige und wie wir wissen für die Stadt Neubrandenburg sehr teure Rechtsstreitigkeiten nach sich ziehen können. Bekanntlich hat die Verlagerung des Lidl-Marktes vom Spargelberg in die Woldegker Str. sehr viel Zeit und Unruhe, viel Arbeitskraft von städtischen Beamten und letztlich dazu einen Verlust von 190 T€ für NB bedeutet. Heute haben wir - aus unserer Sicht - genau den gleichen Fall auf dem Tisch wie damals bei Lidl. Und da machen wir doch nicht den gleichen Fehler noch einmal! 190.000 € waren es da, die einfach in den Wind geschrieben sind. Wir haben für solche Späße in unserer Stadt kein Geld. Wir haben doch nicht einmal Geld für die wirklichen „Späße“ - für Jugend, Sport, Soziales und Kultur!

Nochmal kurz die Fakten, die am Eschengrund zu beachten sind: seit 1995 gilt der B-Plan mit seinen Festsetzungen zum Gewerbegebiet; seit 2004 betreibt ein Neubrandenburger dort sein Autohaus mit einer Reparaturwerkstatt. Im April 2006 hat dieser Unternehmer in der Stadtverwaltung sein Begehren angezeigt, auf den angrenzenden Flächen einen weiteren Gewerbestandort zu entwickeln. Ihm wurde schriftlich im April 2006 mitgeteilt, dass er dabei die Festlegungen des B-Planes einzuhalten habe.

Und jetzt - im November 2007 - ändern wir diese Festlegungen!? Was ist denn seit 1995 mit diesem B-Plan passiert? Wieso ist, wenn das wirklich als notwendig erachtet, nicht bereits im Jahre 2000 oder 2004 oder wenigstens nach Bekanntwerden des Begehrens eines Investors im Jahre 2006 über Änderungen des B-Planes nachgedacht worden? Wieso erst jetzt, wo bereits eine Bauvoranfrage vorliegt? Das ist kein seriöses Arbeiten von der Behörde, hier der Stadtverwaltung Neubrandenburg. Wir als Stadtvertreter sollten diese Art und Weise des Agierens der Verwaltung nicht tolerieren und schon gar nicht durch Beschlussfassung unterstützen. Der beschlossene B-Plan lässt es aus unserer Sicht zu, dass sich Verwaltung und Investor gemeinsam um eine für beide Parteien annehmbare Lösung bemühen und sie auch finden können.

Noch ein Wort zu den suggerierten oder lancierten? Drohungen des Einzelhandels, den Datzeberg zu verlassen. Wir nehmen sie sehr ernst. Wir werden aber das Gefühl nicht los, dass hier bewusst - durch wen auch immer - Ängste geschürt werden. Denn wo sich Einzelhandel ansiedelt oder zurückzieht, das hat die Stadtvertretung bisher noch nie aktiv beeinflussen können. Baugenehmigungsplanung kann nur den Rahmen abstecken, wo was möglich wäre – stadtplanerisch, jedoch nicht marktwirtschaftlich! Und wer die Baugesetzgebung kennt, weiß, dass Einzelhandel in Gewerbegebieten nicht absolut auszuschließen ist.

Wir erwarten von der Verwaltung, dass sie sich entsprechend der Festlegungen des gültigen B-Planes mit dem Investor auseinander setzt. Wir sind nicht bereit, erneut 200.000 € oder mehr für einen Rechtsstreit, der genauso laufen würde wie beim Fall „Lidl“, aus dem Fenster zu werfen. Und ich denke, dafür kann jeder Datzeberger Verständnis aufbringen.

Mit unserer Entscheidung, die 1. Änderung des B-Planes Eschengrund/Trockener Weg abzulehnen, fordern wir von der Verwaltung den ihr bereits übertragenen Verhandlungsspielraum auszugestalten. Auszugestalten im Interesse einer Stadtentwicklung, bei der sowohl die vorausschauende Entwicklung von Stadtteilen als auch die Förderung einheimischer Wirtschaftsunternehmen beachtet wird. Und zwar rechtzeitig!

 

Irina Parlow

 

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