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Kriegsberichterstattung
"Hier
ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau…" wieder endet ein
Tag und wieder die gleichen Meldungen: x Tote bei einem Bombenanschlag in
Bagdad, y Tote und Verletzte bei einem Hubschrauberabsturz in Afghanistan,
humanitäre Katastrophe in Darfour. Uns kann eigentlich nichts mehr erschüttern,
trocken lassen wir diese Schreckensmeldungen über uns ergehen. Seit
Jahrhunderten ist der Krieg als verlängerter Arm der Politik etabliert und
akzeptiert. Der Abgrund der menschlichen Existenz.
Doch
Kriege sind kein Naturgesetz. Dahinter stecken immer Personen oder Personenverbände,
mit konkreten Zielen.
Eine
Schlüsselfigur der neuen deutschen Kriegslust ist Joseph Martin Fischer
(Bundesaußenminister von 1998-2005), der im Jahre 1994 unfreiwillig seine
eigene Verwandlung prophezeite: "Die weitere Entwicklung ist unschwer
abzusehen: Es fängt heute mit der Parole "Mehr Verantwortung übernehmen!"
an, dann werden die ersten Kriegseinsätze stattfinden, die ersten Toten wird es
geben, die ersten vaterländischen Rituale werden folgen, die Generalität wird
mehr Freiheiten wollen, Kriegshelden werden wieder heroisiert, längst überwunden
geglaubte Traditionen werden exhumiert werden, und die von den Deutschnationalen
heißersehnte Wiederkehr des "Primats der Außenpolitik" wird dann
"gefeiert" werden dürfen."
Der
aktuelle Kriegminister ist sehr bemüht, diese Wahrsagungen zu erfüllen. Neben
Einsätzen im Innern und konsequenter Homophobie innerhalb der Truppen, möchte
auch Franz Joseph Jung auf der Weltbühne "Verantwortung übernehmen".
So scheut er mit Rückendeckung der Parlamentsmehrheit nicht davor zurück,
Deutschland an völkerrechtswidrigen Einsätzen zu beteiligen, Millionenschwere
Waffendeals mit fragwürdigen Diktatoren zu vereinbaren und nationalistische
Heldengedenken wiederaufleben zu lassen.
In
unserer so friedlichen Welt gibt es derzeit 40 Kriege; die Bundeswehr ist in
knapp 20 Ländern an militärischen Einsätzen beteiligt. Die Grünen sind von
einer Friedenspartei zu Kollaborateuren des Imperialismus geworden, die CDU
sieht einen deutschen Auftrag gegeben, von wem auch immer. Es ist längst überfällig,
den Krieg als politisches Mittel zu tilgen und eine konsequente
Pazifismus-Debatte auf den Weg zu bringen. Terror kann nicht mit Krieg bekämpft
und Demokratie nicht mit Waffen erzwungen werden. Ein Krieg fordert immer
Menschenleben, da helfen auch UN-Mandate und herbei geredete historische
Verpflichtungen nicht. Setzen wir ein Zeichen, am 15. September in Berlin, in
den Parlamenten und überall!
Nie
wieder Krieg, nie wieder deutsche Aggression!
R.
S.
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