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Eckwertebeschluss
2008
Wozu
wir dieses Papier diskutieren und beschließen sollen, ist uns nach der
Diskussion um die Finanzierung der "dokument Art" nicht ganz klar. Die
Diskussion hat doch wieder einmal ganz deutlich gezeigt, dass nur der Oberbürgermeister
über die Vergabe von Zuschüssen entscheidet - und das nach Gutdünken! Sie,
Herr Oberbürgermeister, reden von Zahlen der vorläufigen Haushaltsführung.
Ihre Mitarbeiter tun das ebenfalls. Was sind das denn für Zahlen? Die
Stadtvertretung hat einen Haushaltsplan beschlossen - diese Zahlen kennen wir,
andere, von denen Sie reden, kennen wir nicht!
Zur
vorliegenden Drucksache:
Positiv
ist, dass uns das Material relativ rechtzeitig vorliegt. Positiv ist, dass in
einigen Bereichen zu erkennen ist, dass sich mehr und mehr mit den aufgeführten
Zielen beschäftigt wird. Positiv ist, dass die Zuschüsse in 2008 um 1,2 Mio
€ gesenkt werden und damit die notwendige Sparpolitik verdeutlicht wird.
Positiv ist auch, dass Anregungen aus den Ausschuss-sitzungen im Änderungsblatt
aufgenommen wurden. Soweit - so gut.
Wir
haben mit diesem Papier eine Handlungsgrundlage für das
"verwaltungsinterne Aufstellungsverfahren des Hauhaltsplanes mit der Maßgabe,
dass Abweichungen von den beschlossenen Eckwerten nur in Abstimmung mit der
Politik möglich sind." Wir haben die Aufgabe, bei der Planung genau darauf
zu achten, ob die Zuschüsse ausreichend sind oder ob es Änderungsbedarfe gibt.
In
unserer Fraktion blieben etliche Fragen zu den hier vorgelegten Zahlen offen.
Keiner konnte uns sagen, wer wie und warum festgelegt hat, wo Zuschüsse gekürzt
oder erhöht wurden, wer bluten muss und wer nicht. Beispielsweise fällt doch
auf, dass die Zuschüsse im OB-Bereich um 60T€ gestiegen sind, während für
Soziales gekürzt wurde. Die Zuschüsse für wirtschaftliche Unternehmen sind
zwar um 650T€ reduziert worden, aber die im Bereich Schule, Kultur, Jugend und
Sport um 711T€. Nach welchen Prämissen ist hier vorgegangen worden? Wir
wissen doch alle, dass mit der Zuschussreduzierung in den sozialen und
kulturellen Bereichen eine Leistungsreduzierung einhergeht. Bereits jetzt steht
fest, dass es Kürzungen in der offenen Jugendarbeit, der Erziehungshilfe, der
Schuldnerberatung, der Schwangerenberatung, der Suchtberatung und bei der
Obdachlosenbetreuung geben wird. Wir wissen auch, dass uns beim Wegbrechen präventiver
Angebote Mehrkosten durch steigende Fallzahlen im gesetzlich vorgeschriebenen
Sozialbereich entstehen, und die sind ungleich höher als die Ausgaben für Präventionsangebote!
Bei
den formulierten Zielen sehen wir ein Problem. Einige Bereiche gaben sich Mühe,
konkret die Ziele zu benennen, für die wir Zuschüsse festlegen. Andere haben
pauschale Aussagen getroffen. Was verkörpern diese Ziele - Hoffnung, Chancen,
Gefahren, Realität? In einigen Punkten werden Ziele formuliert, die wegen der
angespannten Finanzlage bereits seit Jahren nicht annähernd umgesetzt werden können.
Wir reden hier über den Haushalt 2008 - wäre da nicht mehr Realitätssinn
gefragt? Oder fürchten wir um das Vergessen von Wünschen? Zum Schluss bleibt
noch eine weitere Frage: Wer sind hier eigentlich die Budgetverantwortlichen?
Gerade haben wir erlebt, dass die Verantwortung für die Budgets ganz
offensichtlich nicht in den Fachbereichen liegt, sondern wohl eher beim
Finanzservice oder dem Oberbürgermeister selbst. Wann gibt es endlich händelbare
Regularien, die die Verantwortlichen ihre Verantwortung wahrnehmen lassen?
Irina
Parlow
Die
Fraktion Die Linke hat dem Eckwertebeschluss nicht zugestimmt.
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