DIE LINKE. 

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März 2007

Schuld und Sühne

 

In letzter Zeit häufen sich Filme, Dokumentationen, dokumentarisch gestaltete Nachempfindungen jener Zeit, die am Ausgang des zweiten Weltkriegs das Schicksal von mehr als zehn Millionen Deutschen gestalten. Es ist legitim, an diese Zeit zu erinnern, wenn daraus nicht ein neuer deutscher Opferkult gemacht wird. Bevor Deutsche diese Tragik erlebten, wurden Millionen Polen und Russen von Deutschen vertrieben, versklavt, vergewaltigt, vergast oder auf andere Art umgebracht.

Leider sorgt die Geschichte nicht für eine gerechte Vergeltung. Opfer auf deutscher Seite wurden meist Kinder, Frauen, Greise und mitunter sogar die Gefangenen und Zwangsarbeiter, die hier ausgebeutet wurden. Dass eine Gutsherrin hoch zu ROSS ihrem "Gesinde" voran auf Treck ging, lässt sich optisch gut in einem Film gestalten, dürfte aber kaum der historischen Wahrheit entsprechen. Nicht nur in Ostpreußen, auch in Pommern und Mecklenburg haben die Herrschaften rechtzeitig die Flucht in Richtung Westen ergriffen. Dafür fanden sich auch Fahrzeuge und trotz strenger Rationierung des Benzins für "kriegswichtige" Fahrten auch genügend Treibstoff, der oft an der Front fehlte, um die gefährdete Zivilbevölkerung zu evakuieren. Geblieben sind in der Regel die Gutsinspektoren, um das Eigentum ihrer Herrschaften zu verwalten. Es gibt im Land Mecklenburg - Vorpommern noch genügend Zeitzeugen, die diese Wahrheit erlebt haben.

Es prägt sich natürlich besonders ein, wenn eine schöne Frau hoch zu ROSS mit langem blonden Haar ihrem Gesinde voran in den Untergang zieht.

Welche Bilder sind aber wirklich eindruckvoll? Wenn die Feldgendarmerie Kettenhunde genannt - unschuldige Kriegsgefangene abschlachtet, erinnern wir uns, dass diese Truppe zur Wehrmacht gehörte und nicht zur SS. An mehreren Stellen werden Gehängte gezeigt mit dem Schild "Ich bin desertiert". Die Täter waren nicht immer von der SS.

Im Übrigen ist jede Gewalt gegenüber Wehrlosen abscheulich, egal von wem sie verübt wird. Das ist eben der Krieg. Alle Behauptungen, man könne auch "humane" Kriege führen, sind einfach lächerlich.

Hier einzuordnen sind nach den Verbrechen in Warschau, Lidice, Leningrad auch die Bombardierungen in Dresden, Swinemünde, Hiroshima und die Vertreibung aus dem Osten. Leider haben die Deutschen das moralische Recht, Anklage zu erheben verwirkt.

 

Dr. Manfred Bewersdorf

 

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