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Schuld
und Sühne
In
letzter Zeit häufen sich Filme, Dokumentationen, dokumentarisch gestaltete
Nachempfindungen jener Zeit, die am Ausgang des zweiten Weltkriegs das Schicksal
von mehr als zehn Millionen Deutschen gestalten. Es ist legitim, an diese Zeit
zu erinnern, wenn daraus nicht ein neuer deutscher Opferkult gemacht wird. Bevor
Deutsche diese Tragik erlebten, wurden Millionen Polen und Russen von Deutschen
vertrieben, versklavt, vergewaltigt, vergast oder auf andere Art umgebracht.
Leider
sorgt die Geschichte nicht für eine gerechte Vergeltung. Opfer auf deutscher
Seite wurden meist Kinder, Frauen, Greise und mitunter sogar die Gefangenen und
Zwangsarbeiter, die hier ausgebeutet wurden. Dass eine Gutsherrin hoch zu ROSS
ihrem "Gesinde" voran auf Treck ging, lässt sich optisch gut in einem
Film gestalten, dürfte aber kaum der historischen Wahrheit entsprechen. Nicht
nur in Ostpreußen, auch in Pommern und Mecklenburg haben die Herrschaften
rechtzeitig die Flucht in Richtung Westen ergriffen. Dafür fanden sich auch
Fahrzeuge und trotz strenger Rationierung des Benzins für
"kriegswichtige" Fahrten auch genügend Treibstoff, der oft an der
Front fehlte, um die gefährdete Zivilbevölkerung zu evakuieren. Geblieben sind
in der Regel die Gutsinspektoren, um das Eigentum ihrer Herrschaften zu
verwalten. Es gibt im Land Mecklenburg - Vorpommern noch genügend Zeitzeugen,
die diese Wahrheit erlebt haben.
Es
prägt sich natürlich besonders ein, wenn eine schöne Frau hoch zu ROSS mit
langem blonden Haar ihrem Gesinde voran in den Untergang zieht.
Welche
Bilder sind aber wirklich eindruckvoll? Wenn die Feldgendarmerie Kettenhunde
genannt - unschuldige Kriegsgefangene abschlachtet, erinnern wir uns, dass diese
Truppe zur Wehrmacht gehörte und nicht zur SS. An mehreren Stellen werden Gehängte
gezeigt mit dem Schild "Ich bin desertiert". Die Täter waren nicht
immer von der SS.
Im
Übrigen ist jede Gewalt gegenüber Wehrlosen abscheulich, egal von wem sie verübt
wird. Das ist eben der Krieg. Alle Behauptungen, man könne auch
"humane" Kriege führen, sind einfach lächerlich.
Hier
einzuordnen sind nach den Verbrechen in Warschau, Lidice, Leningrad auch die
Bombardierungen in Dresden, Swinemünde, Hiroshima und die Vertreibung aus dem
Osten. Leider haben die Deutschen das moralische Recht, Anklage zu erheben
verwirkt.
Dr.
Manfred Bewersdorf
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