DIE LINKE. 

in Neubrandenburg

 

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Februar 2007

Wer soll diesem Papier denn glauben?

 

In Köln lässt die Stadtverwaltung nachbessern, möchte für ihr Geld eine fundierte Studie vom Kienbaum-Unternehmen bekommen. Richtig so!

Wer aber denkt, die Kölner Missstände wären eine Ausnahme, sieht sich mit dem Material für Neubrandenburg vor den gleichen Problemen. Nur gut, dass die hiesige Studie vom Schweriner Innenministerium gefördert und bezahlt wurde. Doch in den Sand gesetzte Steuergelder sind es allemal!

Beispiele für die Unseriosität gefällig? Am 08. Januar 2007 wurde eine Präsentation von Ergebnissen vor Mitarbeitern der Stadtverwaltung und Mitgliedern der Stadtvertretung vorgenommen. Ausgangszahl für die Vergleiche war eine Einwohnerzahl von 63.949. Nachdem diese viel zu geringe Zahl moniert wurde, ist sie jetzt im Endbericht auf 68.451 geändert. Sind damit alle davon abgeleiteten Werte auch geändert worden? Ich unterstelle es einmal. Warum sich dann aber auch die Einwohnerzahlen von Wismar, Greifswald und Cottbus änderten, erschließt sich mir nicht. Oder mussten hier die Relationen für den Städtevergleich gewahrt bleiben? Und überhaupt: warum sind nicht in jedem Städtevergleich die gleichen Städte herangezogen worden? Wir bekommen die Zahlen je nach Passfähigkeit von Frankfurt/Oder, Cottbus, Brandenburg/Havel, Eisenach, Wismar, Greifswald, Stralsund, Rostock, Schwerin, Ibbenbüren, Norderstedt und Hamm präsentiert.

Ein anderes Beispiel: im Bereich Stadtgestaltung werden für 3 VZÄ (Vollzeitäquivalente, früher hieß das mal VbE) 406.900 € Personalkosten aufgewandt! Bei angesprochenen Einsparungen werden aber nur 45.000 €/VZÄ zu Grunde gelegt - was passiert denn hier mit den restlichen 90.633 €/VZÄ? Oder stimmt etwa eine Zahl nicht? Bei den Zuschüssen an Einrichtungen und Vereine wurden angeblich Planzahlen 2006 zur Ausgangsbasis verwandt. Wenn aber das Literaturzentrum 2006 einen Zuschuss von 128.000 € erhielt - wieso steht dann im Bericht die Zahl 169.700 €? Bei der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft ist die ausgewiesene Förderung 2.000 €, sie erhielt aber tatsächlich 10.000 €!

Die Volkshochschule hat 2006 einen Zuschuss von 245.000 € erhalten und zahlte davon 176.100 € als Miete und innere Verrechnung an die Stadt zurück. Sie soll bei Reduzierung der Kurse und damit Entfall von Eigenmitteln 100.000 € weniger Zuschuss erhalten. Rechnen Sie selbst diesen Unsinn nach!

Am tollsten sind aber solche Formulierungen: "…erhält eine Förderung, obwohl der Schwerpunkt außerhalb des Kulturschwerpunktes "Musik" liegt." Welch ein Desaster! Da hat die Stadt doch tatsächlich beschlossen, auch anderes als Musik zu fördern!!!

Diesem Makel fällt dann auch die Medienwerkstatt und der "Latücht"-Verein zum Opfer, obwohl doch extra ein Medienzentrum gebaut werden soll!

Nein, diese Studie ist das Papier nicht wert, auf dem es steht! Nur einem nützt es. Er braucht nun nicht mehr als der böse Abwickler nach Begründungen zu suchen. Kienbaum und das Innenministerium haben gesagt…! Er vergisst nur den Nachsatz von beiden - "wir geben Empfehlungen, die Politik muss in der Stadt durch die politischen Mandatsträger gemacht werden." Und dazu gehören die Stadtvertreter, entscheiden müssen wir!

 

Irina Parlow, Fraktionsvorsitzende Linkspartei.PDS

 

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