DIE LINKE. 

in Neubrandenburg

 

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November 2007

Das Geld der Abgeordneten

 

Die Frage der Verteilungsgerechtigkeit steht angesichts zunehmender Armut und steigendem Reichtum schärfer als zuvor.

Es ist also nachvollziehbar und gerechtfertigt, dass auch das Geld von Landtagsabgeordneten besonders beachtet wird. Neuen Zündstoff gab die Mehrheitsentscheidung im Landtag, die Grunddiät von 4.028,- Euro auf 4.465,- Euro und Gelder für die Wahlkreisarbeit von 1.090,- Euro auf 1.140,-Euro zu erhöhen.

Wie habe ich im Jahr 2006 dieses Geld monatlich verwendet?

Für die Wahlkreisbüros in Neustrelitz und Neubrandenburg (Miete, Heizung, Strom, Telefon, Büromaterial etc.) wendete ich 798,-Euro auf. Nicht enthalten sind Kosten für Repräsentation und gesellschaftliche Anlässe. An Beiträgen und Spenden (für die Partei, soziale und Umweltverbände) zahlte ich 647,-Euro.

Für mein "mobiles Arbeitsmittel", das Auto, mit dem ich jeden Monat im Durchschnitt 6100 km fahre ( Benzin, Versicherungen, Reparaturen, Steuer etc.) habe ich 694,-Euro gezahlt. Berücksichtigt wurden bei dieser Summe schon die vom Landtag erstatteten 328,-Euro Fahrtkosten zwischen Wohn- und Arbeitsort.

Unabdingbare Rechtsberatungen sowie diverse Weiterbildungen kosteten mich 230,-Euro. Nicht zuletzt waren Steuern und Sozialabgaben in Höhe von 1980,- zu zahlen.

Somit verbleibt ein Betrag von 1256.-Euro. Er erhöht sich für den Fall der Übernahme einer besonderen Aufgabe im Landtag (z.B. Ausschussvorsitzender) und entsprechend der Teilnahme an Landtags- und Ausschusssitzungen ( Sitzungsgeld ). Letztlich kann ich also über eine Summe zwischen 1600,- Euro und 1900,- Euro frei verfügen. Inwiefern das bei einem 14-stündigen Arbeitstag an sechs Tagen pro Woche angemessen ist, das muss jeder für sich beantworten.

Der sachlichen Richtigkeit halber sei angefügt, dass es durchaus bei einzelnen Abgeordneten (Anzahl der Büros, Funktion, Wohnort, Mitgliedschaft in Vereinen und Verbänden) anders aussehen kann, aber die meisten Abgeordneten der Linkspartei.PDS arbeiten unter ähnlichen Bedingungen.

Der politischen Vollständigkeit wegen will ich daran erinnern, dass die Frage nach dem Geld der Abgeordneten immer eine Frage danach sein muss, wessen Interessen er vertritt. Rechtfertigt oder duldet er den schreienden Unterschied zwischen arm und reich, handelt er im Interesse z.B. der Pharma-Industrie oder nutzt er jede sich bietende Möglichkeit, Armut zurückzudrängen bzw. zu verhindern.

 

Torsten Koplin

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