DIE LINKE. 

in Neubrandenburg

 

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November 2007

Rausschmiss der TV-Teams kritisiert

 

Die scharfe Kritik des Ratsherrn Schier und des Leiters des Landesfunkhauses des NDR Herrn Schneider veranlassen mich zu folgender Stellungnahme:

Als amtierender Stadtpräsident wurden mir die Bitten des Regionalsenders neuEins und des Fernseh- und Rundfunkteams vom NDR, während der Sondersitzung der Stadtvertretung Aufnahmen in Bild und Wort fuhren zu dürfen, zur Entscheidung vorgelegt.

In Kenntnis der Tatsache, dass bereits 1999 ein gleicher Antrag von einem Fernsehteam von der damaligen Stadtpräsidentin Frau Dolores Brunzendorf unter Hinweis auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts abschlägig entschieden wurde, habe ich mich am 23. Oktober 2006 mit den Fraktionsvorsitzenden konsultiert.

Drei von vier Fraktionsvorsitzenden legten mir nahe, den Anträgen auf Bild- und Tonaufnahmen während der Sitzung nicht zu entsprechen, sondern auf die Möglichkeit vor, während der Pausen bzw. nach der Sondersitzung hinzuweisen. Dies war für mich Veranlassung, den Antragstellern über den Rathaussprecher Herrn Nuklies bereits am Dienstag, den 24. 0ktober 2006, also zwei Tage vor der Sondersitzung mitteilen zulassen, dass ich den Anträgen nicht entsprechen werde.

Vor Beginn der Sondersitzung habe ich beide Teams nochmals persönlich über diese Entscheidung informiert. Da ich Widerstand verspürte, habe ich mich mit den beiden Mitgliedern des Präsidiums verständigt, die Stadtvertretung über die vorliegenden Anträge zu informieren und eine Abstimmung darüber vorzunehmen. Mehrere Stadtvertreter votierten gegen die vorliegenden Anträge. Dies veranlasste mich, nunmehr die beiden Teams aufzufordern, Kamera und Ton zu schließen. Das Team vom NDR widersetzte sich dieser Aufforderung und damit einem Beschluss der Stadtvertretung.

Meiner nochmaligen Aufforderung, die Aufnahmen einzustellen, wurde nicht Folge geleistet. Um die Sache nicht weiter eskalieren zu lassen, stellte ich die Nichtöffentlichkeit her, mit dem Ziel, das weitere Vorgehen in dieser Sache mit den Stadtvertretern zu beraten. Dazu gehört es nun einmal, dass auch die Jalousien heruntergelassen werden.

Es ist also nicht absurd witzig, wie Herr Schneider es benannte, sondern gehört nun einmal zum Prozedere. Nach der nichtöffentlichen Aussprache habe ich gemeinsam mit den Fraktionsvorsitzenden den Vertretern der Medien in einem gesonderten Raum nochmals unseren Standpunkt erläutert, der unter Protest akzeptiert wurde.

Ich frage hiermit öffentlich den Leiter des Landesfunkhauses des NDR, Herrn Schneider, ob es üblich und mit der Demokratie vereinbar ist, wenn ihm unterstellte Teams Ratsbeschlüsse missachten und somit bewusst eine Eskalation heraufbeschwören, gerade auch eingedenk der Tatsache, dass Ihnen zwei Tage vor der Sondersitzung ein entsprechender Bescheid zugegangen ist.

Das wäre tatsächlich erschreckend, Herr Schneider.

Ein Wort noch zu Herrn Schier. Wenn man nicht dabei gewesen ist, sollte man sich auch nicht in der Presse dazu äußern.

 

Detlev Rauch, stellv. Stadtpräsident

 

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