Haushalt 2012 die Fakten
Unser
HH ist wie folgt strukturiert: 97 Mio. Einnahmen, 103 Mio. Ausgaben
Das
macht eine Differenz also ein Minus von rund 6,1 Mio. Hinzu kommen noch rund 6,5
Mio. Minus aus dem Finanzergebnis. Alles in allem brauchen wir also, um unseren
HH zu finanzieren, ca. 12,6 Mio. € mehr als wir haben, das entspricht den
geplanten Neukrediten für das Jahr 2012.
HH-Variante 1:
Nehmen wir nun einmal an, wir stellen unseren HH so auf, wie es der
Innenminister wünscht, >>> ein ausgeglichener HH wird ja gefordert.
Wie
könnten wir das erreichen?
1.
Keine Finanzierung der
Theater und Orchester GmbH +
2 Mio.
2.
Keine
Sportförderung +
3,5 Mio.
3.
Kein
Stadtmarketing
+ 550.000
4.
Keine
Musikschule +
250.000
5.
Keine
Kunstsammlung + 530.000
6.
Keine
Regionalbibliothek +
1,2 Mio.
7.
Kein
Regionalmuseum +
675.000
8.
Keine
Wirtschaftsförderung + 731.000
9.
Keine
Berufsfeuerwehr +
4 Mio.
Summe der
Einsparung 13,4 Mio.
Na
bitte geschafft! Der Innenminister kann zufrieden sein.Dann hätten wir sogar ein
Plus von 800 TEUR, um unsere Schulden langsam abzubauen. Aber was heißt das für
unsere Stadt? Wären wir auch zufrieden? Ich jedenfalls nicht! Ich möchte
nicht in einer Stadt leben müssen, wo die o.g. Einrichtungen nicht mehr
existieren.
HH-Variante2:
Nehmen wir mal an, der HH wird sowieso erst wieder im Dezember genehmigt. Gar
nicht mal so unrealistisch, denn alle Kreise steigen ja bekanntlich auf die
Doppik um. Wir schreiben in unseren HH hinein, was wir als Kommune wirklich
brauchen:
1. Auskömmliche Finanzierung Jugendarbeit
?
2.auskömmliche Finanzierung Wohlfahrtspflege
+ 100 T
3. Finanzierung Hinterste Mühle +
330 T
4. Auskömmliche Finanzierung Kulturförderung
+ 200 T
5. Auskömmliche Finanzierung Theater +
500 T
ca. 1,1 Mio
Summe Defizit insgesamt vielleicht sogar ca. 13,7 Mio.
Leider macht uns da aber die
vorläufige HH-Führung einen Strich durch die Rechnung.
Das
heißt: beide Varianten bringen uns nicht weit
Wie
aber wird uns der Spagat zwischen der Notwendigkeit zu sparen und der
Notwendigkeit die soziale und kulturelle Infrastruktur zu erhalten auf einem
sinnvollen Niveau gelingen?
Hinzu
kommt das Problem der finanziellen Unsicherheit durch den noch nicht bekannten
Kreishaushalt. Welche Kreisumlage werden wir wirklich zu zahlen haben?
Wir
wissen deshalb nicht, welche Leistungen der übergegangenen Aufgaben wirklich
finanziert werden und welche Notwendigkeiten zur Kofinanzierung sich daraus für
uns ableiten.
Zusammengefasst nur einige Probleme, die mit dem aktuellen HH für 2012 verbunden
sind:
1.
Wir haben
Aufgaben abgegeben.
Die
„Wärmestube“ Jugendhilfe sind wir los, auch Soziales und das Umweltressort. Wir
haben weniger Ausgaben aber auch weniger Einnahmen, na gut.
Aber
was bedeutet das für die von uns bisher finanzierten Strukturen?
Das
sie einfach nur einen neuen Geldgeber haben? Weit gefehlt!
Die
Diskussion im Kreis, wer wofür wie viel Geld bereitstellen muss, ist
allgegenwärtig!
2.
Ziehen wir
einen Vergleich zu 2011
Kaum
möglich. Wir wissen zwar, was wir nicht mehr haben oder was wir noch
haben aber hilft es uns weiter und können wir deshalb unseren HH besser
aufstellen?
3.
Einzelprobleme
Die
Förderung der Wohlfahrtspflege Produkt 3.3. 134 T Absenkung auf 15 T (auf 11%)
Was
bedeutet das für die Einrichtungen in der Stadt?
Die
Hinterste Mühle, derzeit für 2012 nicht ausfinanziert 573 T Absenkung auf 244 T
(auf 43 %)
Heißt
das, ab sofort ist Insolvenz anzumelden? Welche Lösung gibt es?
Die
Mitgliedschaften in Vereinen und Verbänden, ca. 221 T
Sind
sie so noch notwendig?
Die
Erhöhung Ausgaben Stadtmarketing um 85,2 T trotz geplanter, sinkender
Anzahl Übernachtungen, Stadtführungen und Besuchern bei Stadtführungen?
Die
Mehrausgaben beim Zuschuss für die Pflege der bewirtschafteten Grünflächen
immerhin eine Kostensteigerung auf 465 %
Was macht die
Stadt, wenn der Kreis z.B. die Schulsozialarbeit für Schulen in Trägerschaft der
Stadt nicht ausreichend finanziert?
Mittel für den Fall sind im
HH der Stadt nicht eingestellt.
Soll die
Schulsozialarbeit dann dort eingestellt werden?
Wie sichern wir z.B.
freiwillige Leistungen in der Zukunft?
Dazu sind dringend
Leistungsvereinbarungen für die von uns gewünschten Leistungen notwendig.
ie wir sehen, Aufgaben
haben wir teilweise an den Kreis übertragen können, aber deren Probleme werden
wir nicht so einfach los, wenn wir eine funktionierende Stadt gestalten wollen.
Für mich ist eine Stadt wie
ein lebender Organismus. Wenn wir schon so viele Teile ausgelagert haben, wie
viele Organe wollen wir noch abgeben? Bis dieser Organismus aufhört, normal zu
reagieren?
Zur angesprochenen
Kampflinie nur eine kurze Bemerkung. Ein schöner Gedanke aber wenn dafür die
Schulsozialarbeit und vor Allem die Kinder und Jugendlichen auf der Strecke
bleiben, dann ist es für mich keine Lösung, um im Kreis voran zu kommen.
Ich bin gespannt, was in den
Ausschüssen an weiteren Einzelproblemen gefunden und gelöst wird!
Mein HH-Plan zerlegt sich
bereits jetzt freiwillig in Einzelteile!