Nicht erst seit den letzten Tagen werden
wir Stadtvertreter immer wieder mit der Tatsache konfrontiert, dass, ausgelöst
durch das Verhalten des Oberbürgermeisters, ein fairer und offener Dialog
zwischen Stadtvertretung und Verwaltungsspitze kaum noch möglich ist.
Die Stadtvertretung ist das oberste
Willensbildungs- und Beschlussorgan der Stadt, der Oberbürgermeister hat
dementsprechend mit ihm umzugehen. Demokratie definiert sich nicht über
nachholende Information des Verwaltungschefs, wenn die Messen gesungen sind,
definiert sich nicht darin, dass weitschweifig über Nebenschauplätze informiert
wird, während Ihnen wirklich wichtige Informationen ständig abgerungen werden
müssen.
Kommunalpolitik braucht kein Männergezänk
zwischen Geschäftsführern kommunaler Unternehmen und Oberbürgermeister. Politik
braucht arbeitsfähige politische Strukturen. Politik verträgt weder Eitelkeiten
noch Hinterhalt und Angst.
Kommunalpolitik braucht ausreichend Zeit
und rechtzeitige Informationen, damit sie wirksam werden kann. Die Stadt steht
vor den verschiedensten Herausforderungen und Aufgaben, die es anzupacken gilt.
Sich ihnen zu widmen, ist unsere Aufgabe. Doch stattdessen vergeuden wir die uns
geschenkte Zeit.
Wir plagen uns zur Zeit nicht mit den
Fragen von Zukunftsgestaltung über den Haushalt. Nein, wir plagen uns mit den
Auswirkungen von Hahnenkämpfen. Wir führen quälende Debatten um Formalien statt
Lösungsansätze inhaltlich zu diskutieren.
Wir werden immer mehr in juristische
Absicherungsmentalitäten gedrängt. Zwei Platzhirsche sorgen für politischen
Stillstand und schaffen dabei nur eins:
Uns zu bedrängen, uns abzuhalten, uns
wütend zu machen, uns zu benutzen, uns zu demotivieren - statt unsere
Potenziale; die ein jeder von uns mit seinen speziellen Lebenserfahrungen hat,
hier einzubringen.
- Demokratie lebt von Dialog
- Dialog bedarf der rechtzeitigen
Information
- Informationen bedürfen der sorgfältigen
sachbezogenen und nicht personenbezogenen Analyse der
Probleme und der Problemlösungen
- Problemlösungen bedürfen der Freiheit von
Eigennutz und egozentrischen Ansätzen.
Es ist höchste Zeit, Vernunft einkehren zu
lassen jenseits aufgestellter Bataillone der Meinungsmanipulation.
Lernen Sie aus der Situation.
- fangen Sie an, vorurteilsfrei zuzuhören.
- sehen Sie im Gegenüber die Chance klüger
zu werden.
- Zerstören Sie nicht weiter die Grundlagen
des demokratischen miteinander, das mit der Achtung Andersdenkender beginnt.
Und wenn Ihnen das nicht gelingt, machen
Sie den Weg frei für eine Kultur des fairen Miteinander, für einen offenen
Dialog und den politischen Wettstreit von Ideen, denn Sie sind nicht sich selbst
verpflichtet, sondern der Stadt Neubrandenburg
Caterina Muth
Fraktionsvorsitzende